Kalkutta

Dutzende sterben in brennendem Krankenhaus

Manik Banerjee

Bettlägerige schreien um Hilfe, Patienten im OP-Hemd stürzen aus Fenstern – bei einem Großbrand in einem indischen Krankenhaus kam es zu fürchterlichen Szenen.

Bei einem Großbrand in einem Krankenhaus der ostindischen Millionenstadt Kalkutta sind mehr als 89 Menschen gestorben. Das Feuer brach nach Behördenangaben im Keller des Gebäudes aus. Die Brandursache war zunächst unklar.

Regierungsbeamte warfen Angestellten des Krankenhauses vor, die Patienten sich selbst überlassen zu haben und aus dem Gebäude geflohen zu sein, nachdem das Feuer ausgebrochen war. Patienten und Angehörige berichteten zudem, dass Rauchmelder nicht funktioniert hätten.

Die Polizei leitete Ermittlungen gegen die Privatklinik wegen Verstößen gegen Sicherheitsvorkehrungen ein. Ranghohe Regierungsbeamte kündigten an, das AMRI Krankenhaus für die Tragödie zur Verantwortung zu ziehen und leiteten Schritte ein, um der Klinik die Zulassung zu entziehen. Ein Behördensprecher im Unionsstaat Westbengalen, Mamata Banerjee, sprach von einem „sehr ernsthaften Vergehen“.

Auch Angestellte unter den Toten

Die Feuerwehr war mit Dutzenden Einsatzwagen ausgerückt. Nach Angaben eines Augenzeugen trafen die Feuerwehrleute mehr als eine Stunde nachdem der Brand ausgebrochen war am Amri Krankenhaus ein. Fenster in den oberen Stockwerken des Gebäudes wurden aufgebrochen, um eingeschlossene Patienten in Sicherheit zu bringen. Das Feuer wurde unter Kontrolle gebracht. Die meisten der Patienten wurden Behördenangaben zufolge in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Krankenhaussprecher Satyabrata Upadhyay sagte, unter den Toten seien auch Angestellte der Klinik. Bei den restlichen Opfern handele es sich vermutlich um Patienten und Familienangehörige. Als das Feuer ausbrach, hätten sich 160 Patienten in dem Krankenhaus befunden, sagte Upadhyay.

Eine indische Zeitschrift hatte die Amri Klinik vor kurzem zu einem der besten Krankenhäuser von Kalkutta erklärt.

( dapd )