Bis zu 122 km/h

Orkan "Friedhelm" braust über Deutschland

| Lesedauer: 3 Minuten

Foto: action press / action press/SOUTH WEST NEWS SERVICE LTD

Vor allem in Norddeutschland und im Harz fegte Sturmtief Friedrich mit hohen Windgeschwindigkeiten über das Land. Auch in Berlin war die Nacht stürmisch.

Das Orkantief "Friedhelm“ hat an der deutschen Nordseeküste für viel Wind gesorgt, in der Nacht aber kaum nennenswerte Schäden angerichtet. Zwar erreichten die Böen in St. Peter-Ording an der Nordseeküste Spitzengeschwindigkeiten von 108 Kilometern pro Stunde, außer einigen abgeknickten Bäumen und umgewehten Schildern wurden aber keine Zwischenfälle gemeldet. Menschen wurden nicht verletzt. Der Wind flaute inzwischen ab, es wird aber weiter vor orkanartigen Böen gewarnt.

Am Donnerstagabend blies der Wind heftig mit Böen bis zur Stärke zehn. Spitzenreiter an Deutschlands Nordseeküste war die Hallig Hooge mit 101 Kilometern pro Stunde, dicht gefolgt von List/Sylt mit 97 km/h und Helgoland mit 90 km/h. In Westerland auf Sylt mussten die Einsatzkräfte ein Baugerüst sichern. Die rund 1500 Schüler auf Sylt haben am Freitag sturmfrei, teilte der Kreis Nordfriesland am Abend mit.

Die Wyker Dampfschiffs-Reederei kündigte mögliche Behinderungen durch den Sturm bis einschließlich Sonnabend an. Der Sylt Shuttle der Deutschen Bahn, der als Autoreisezug die Nordseeinsel mit dem Festland verbindet, schloss für Fahrzeuge mit Gefahrgut, Autos mit Anhänger, Laster mit leeren Anhängern und Campingfahrzeuge von der Beförderung aus.

Im Harz tobte "Friedhelm" auf dem Brocken schon ab 18 Uhr in Orkanstärke mit bis zu 122 km/h, sagte DWD-Meteorologin Julia Fruntke. Polizei und Feuerwehren meldeten jedoch keine größeren Schäden. Kurz vor Mitternacht erstreckte sich die Kaltfront von der Bretagne bis Südschweden. Gegen 6 Uhr am Sonnabend werde sie den Harz überquert haben, sagte Fruntke. Am Samstagmittag werde sie sich von südlich der Bretagne bis nach Litauen erstrecken: "Im Norden kommt sie etwas schneller voran", sagte die Meteorologin.

In Niedersachsen rechneten die Behörden mit Sturmfluten. „Die Insulaner sind vorbereitet, die machen das jedes Jahr mit“, sagte eine Sprecherin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN). Hier und an den Küsten bestehe Überflutungsgefahr für Strände, Vorländer und Hafenflächen. Die Wellen seien bis zu zwei Meter höher als bei normalem Hochwasser. Die Deiche würden aber „problemlos“ halten, fügte die Sprecherin hinzu.

Auch in Berlin tobten Sturmböen, sie richteten aber keine Schäden an.

Der DWD versprach für die nächsten Tage eine Fortdauer des stürmischen und nasskalten Wetters in Norddeutschland. Bis Sonnabendvormittag komme es in Verbindung mit Schauern und Gewittern zeitweise zu schweren Sturmböen, an der Nordsee auch zu teils unwetterartigen Windentwicklungen. Dabei bläst der Wind aus der Richtung Südwest bis West.

Auch im Binnenland muss mit stürmischen Böen und schweren Sturmböen von bis zu 95 km/h gerechnet werden. Nach Einschätzung des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation schwächt sich der Wind erst in der Nacht zum Sonnabend weiter ab.

( dpa/mim )