Wegen Heimtücke

Muttermörder zu lebenslanger Haft verurteilt

Das Landgericht Osnabrück hat einen Landwirt aus Ankum wegen tödlicher Schüsse auf seine Mutter zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.

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Der 40-Jährige hatte gestanden, seine 56 Jahre alte Mutter im April 2007 mit einem Kleinkalibergewehr erschossen und danach in einem Waldstück vergraben zu haben. Jetzt wurde er wegen Mordes schuldig gesprochen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Die Verteidigung beantragte acht Jahre Gefängnis wegen Totschlags.

Hintergrund der Tat war die wirtschaftliche Situation der Familie. Nach dem Tod des Ehemannes 2005 kam es zwischen der Bäuerin und ihren Kindern zum Konflikt darüber, wie der Hof weitergeführt werden soll. Sowohl die Tochter als auch ihr Bruder wollten die Milchwirtschaft abschaffen. Dagegen sperrte sich die Bäuerin vehement, sie wollte ihre Kühe behalten.

Am Tattag, so schilderte der Angeklagte dem Gericht, habe er erst den Rasen gemäht und dann begonnen, im Schweinestall Eisenstangen abzumontieren. Das habe seiner Mutter nicht gepasst und sie habe ihn endgültig vom Hof gewiesen. Das habe das Fass zum Überlaufen gebracht. Er habe einen Schrank aufgebrochen, um an das Gewehr seines Vaters zu gelangen.

Mit einem einzigen Schuss habe er seine Mutter aus zwölf Metern Entfernung erschossen. Anschließend habe er sie in eine Futterkarre gezogen und sie drei Kilometer zu einem Waldstück gefahren, um sie dort zwei Meter tief zu vergraben.

Nach dem Verschwinden der 56-Jährigen ging die Polizei von einem Suizid aus. Zwar wurde bei der umfangreichen Suche ein Damenschuh gefunden, doch er wurde nicht der verschwundenen Frau zugeordnet. Dies geschah erst Ende 2010 anlässlich einer Fallanalyse durch das Landeskriminalamt Niedersachsen. Die LKA-Ermittler stellten fest, dass nur ein Tötungsdelikt durch einen nahen Angehörigen infrage käme. Danach wurden die Lebensumstände des Sohnes beleuchtet, der dann schließlich in einer Vernehmung Anfang 2011 die Tat einräumte.

Der Vorsitzende Richter Wolfgang Kirschbaum legte in der Urteilsbegründung dar, dass es zwischen dem Angeklagten und seiner unter Depressionen leidenden Mutter wegen der Hofnachfolge häufig heftige Debatten gab. Als die Mutter, die von dem 40-Jährigen als dominant und streitsüchtig beschrieben wurde, diesen aufgefordert habe zu verschwinden, habe er gehandelt.

Der Angeklagte habe die Arg- und Wehrlosigkeit seiner Mutter ausgenutzt, betonte Kirschbaum. Damit sei die Tat heimtückisch gewesen. Das Gericht hielt dem Angeklagten zugute, dass er gestand.