40 Messerstiche

Angeklagte beschuldigt ihren Ex des "Jessica"-Mordes

Der Prozess um eine junge Mutter, die mit 40 Messerhieben getötet wurde, wird in Nürnberg neu aufgerollt. Die Angeklagte, die 2008 verurteilt wurde, bricht ihr Schweigen.

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In der Neuauflage des „Jessica“-Mordprozesses vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth hat die bereits wegen Totschlags verurteilte Angeklagte ihren Ex-Verlobten beschuldigt. Ihr damaliger Partner habe ihr wenige Tage nach dem gewaltsamen Tod ihrer Freundin Jessica im Juni 2008 gesagt: „Ich hab's gemacht.“

Bislang habe sie geschwiegen, weil sie den Mann so geliebt habe. Doch nachdem er ihre Verurteilung nicht verhindert und zudem ein Verhältnis mit ihrer Cousine angefangen habe, habe sie die Verlobung inzwischen gelöst, sagte die 30-Jährige. Deshalb könne sie nun reden.

Denise R. aus Erlangen ist wegen Totschlags an ihrer Freundin und Nachbarin bereits zu 14 Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof verwies den Fall nach einer erfolgreichen Revision der Staatsanwaltschaft jedoch an das Landgericht zurück, weil in dem Urteil nicht berücksichtigt gewesen sei, ob die Tat eventuell zur Verdeckung einer anderen Straftat geschah.

In einem solchen Fall wäre das Verbrechen als Mord und nicht als Totschlag zu werten. Insofern droht der Frau nun die Verurteilung zu einer lebenslangen Haftstrafe.