Prozess um U-Bahn-Attacke

Martialischer Auftritt eines mutigen Bandido-Rockers

Weil sie einen 30-Jährigen fast töteten, stehen in Berlin Jugendliche vor Gericht. Ein Freund des Opfers hatte Glück – ein Mann half. Der schildert die Täter als feige.

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Beim Prozess gegen vier U-Bahn-Schläger in Berlin sind am Freitag ein Dutzend martialisch wirkende Bandido-Rocker mit Lederkutten aufmarschiert. Einer von ihnen hatte sich den vier U-Bahn-Schlägern am Bahnhof Lichtenberg entgegengestellt.

Während Opfer Marcel R. (30) von den vier jungen Männern fast totgeprügelt wurde und mehrere Wochen in Koma lag, kam dessen Kumpel Steffen O. (31) glimpflicher davon. Das hat er vermutlich dem mutigen Einsatz des Rockers Kevin L. zu verdanken.

Der kampfsporterfahrene Mann sah vom Auto aus, wie sich die Jugendlichen über den Wehrlosen hermachten. Da sei er ausgestiegen und habe die Angreifer angebrüllt, berichtet die Berliner Zeitung "B.Z". Er habe ihnen mit den Bandidos gedroht, berichtet Kevin L.

Die Jugendlichen hätten daraufhin verängstigt die Flucht ergriffen. "Dass alle Rocker Kriminelle sind, ist ein Klischee", hatte der 26-Jährige der B.Z schon vor Monaten in einem Interview gesagt.

Die vier U-Bahn-Schläger müssen sich seit November für den brutalen Überfall am U-Bahnhof Lichtenberg verantworten. Marcel R. lag vier Wochen im Koma, Ärzte entfernten einen Teil der Schädeldecke.

Zwei der vier Angeklagten haben die äußeren Tatumstände eingeräumt und sich entschuldigt. Sie betreiten aber die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, die ihnen unter anderem versuchten Mord aus Hass auf Deutsche vorwirft. Das Urteil soll am 21. Dezember fallen.