Istanbul

Angreifer wollte "Massaker wie in Norwegen"

Der Schütze, der am Mittwoch auf dem Gelände des Istanbuler Topkapi-Palastes das Feuer eröffnet hatte wollte offenbar ein Blutbad anrichten wie der Attentäter Anders Behring Breivik im Juli auf Utoya. Das berichtet der Fernsehsender NTV.

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Der Mann hatte am Mittwochmorgen das Feuer an dem Museum in Istanbul eröffnet und dabei zwei Menschen verletzt.

Video: Reuters
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Der Angreifer, der am Mittwoch in der Altstadt von Istanbul auf das Gelände des Topkapi-Palastes vorgedrungen war, wollte laut Fernsehberichten ein Massaker wie der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik verüben. Das gehe aus Videoaufnahmen des Schusswechsels zwischen dem Angreifer und der Polizei hervor, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV am Freitag. Die Aufnahmen stammen von einem Touristen.

„Ich richte hier ein Blutbad an wie in Norwegen“, rief der Angreifer, der 36-jährige Libyer Samir Salem Ali Elmadhavri, laut NTV auf Englisch. Auf dem Video ist zu sehen, wie ein hinter einem Baum im Palastgarten verschanzter Soldat sich einen Schusswechsel mit dem Angreifer liefert, der aus einem Raum in der dicken Außenmauer des Palastes heraus feuert.

Nach Medienberichten fand auf dem Gelände des Palasts zur Zeit des Angriffes ein Lehrgang für Sicherheitskräfte statt; deshalb sei der Soldat sofort zur Stelle gewesen. Er hinderte den Angreifer mit ständigem Beschuss daran, von der Außenmauer weiter auf das Palastgelände vorzudringen. Am Eingang zu dem Gelände hatte der Libyer zwei Wachleute mit Schüssen verletzt. Später trafen Sondereinheiten der Sicherheitskräfte ein, die Elmadhavri töteten.

Die Istanbuler Behörden gehen davon aus, dass Elmadhavri möglicherweise viele Menschen getötet hätte, wenn er nicht am Eingang zum Palastgelände gestoppt worden wäre. Nach türkischen Medienberichten hielten sich rund 300 Besucher in der Nähe der Schießerei auf. Die Behörden hätten einigen Touristen auf dem weitläufigen Palastgelände gesagt, die Schüsse stammten von Filmaufnahmen.

Einer der Augenzeugen, Idris Cengiz, berichtete, er habe den Mann für einen Jäger gehalten, weil er eine Waffe über der Schulter und einen schwarzen Übermantel trug. Er habe ihn daraufhin auf Englisch angesprochen, der habe auf Arabisch geantwortet und schließlich „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“) gerufen. Augenblicke später seien bereits Schüsse gefallen. Einige der vielen Touristen, die täglich den Topkapi-Palast besuchen, hätten sich in Panik auf den Boden geworfen, sagte Cengiz.