Klinikum Bremen-Mitte

Tote Frühchen – Erreger-Herkunft nicht feststellbar

Wo der Erreger genau seinen Ursprung hatte, an dem in einer Bremer Klinik mehrere Frühchen gestorben sind, ist laut Robert-Koch-Institut nicht mehr feststellbar. Demzufolge deute aber alles auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch hin.

Die Herkunft des Erregers, an dem in einer Bremer Klinik mehrere Frühchen gestorben sind, ist nicht mehr feststellbar. Das geht aus einem Zwischenbericht des Robert-Koch-Institutes hervor, der am Donnerstag in Bremen vorgelegt wurde.

Die bisherige Auswertung der Daten deute am ehesten auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch hin, heißt es in dem Bericht. Das bedeutet, dass auch Mitarbeiter oder Besucher der Klinik den Erreger eingeschleppt haben könnten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen wegen sechs toter Babys.

Das Klinikum Bremen-Mitte geht weiterhin von drei toten Frühchen im Zusammenhang mit dem Erreger aus. Die drei anderen von der Staatsanwaltschaft ebenfalls untersuchten Todesfälle hätten andere Ursachen, sagte ein Sprecher des Klinikverbundes Gesundheit Nord am Donnerstag. Bei einem der Kinder sei zwar der gefährliche Darmkeim Klebsiella nachgewiesen worden. Es sei aber nicht daran erkrankt und an einer Hirnblutung gestorben.

Ein zweites Kind habe sich mit einer anderen Unterart des Klebsiella-Keims infiziert, bei dem dritten gebe es nach bisherigen Informationen gar keinen Keimnachweis, sagte der Sprecher.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung in sechs Fällen gegen einen ehemaligen Chefarzt.

Mit dem Tod der Neugeborenen beschäftigte sich am Donnerstag in Bremen auch die Gesundheitsdeputation in einer Sondersitzung. Der Chef des Klinikverbundes, Diethelm Hansen, sollte sich zu den Vorfällen, den Hygienemaßnahmen und der Personalsituation auf der Frühchenstation äußern.

( dpa/tj )