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Stalin-Tochter im Alter von 85 Jahren gestorben

Die einzige Tochter des früheren sowjetischen Diktators Joseph Stalin, Lana Peters, ist tot. Sie starb bereits am 22. November im US-Bundesstaat Wisconsin im Alter von 85 Jahren an Darmkrebs.

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Die einzige Tochter des früheren sowjetischen Diktators Josef Stalin ist tot. Lana Peters sei bereits am 22. November im Alter von 85 Jahren an Darmkrebs gestorben, teilte die Gerichtsmedizinerin des Bezirks Richland im US-Staat Wisconsin, Mary Turner, am Montag mit.

Swetlana Stalina nahm nach dem Tod ihres Vaters 1953 den Namen ihrer Mutter und Stalins zweiter Frau, Allilujewa, an. Später änderte sie ihren Namen erneut, dieses Mal in Lana Peters.

Peters hatte sich 1967 aus der Sowjetunion abgesetzt. Eigentlich hatte sie nur die sterblichen Überreste ihres dritten Ehemanns in dessen indische Heimat bringen wollen. Dann beantragte sie jedoch in der US-Botschaft in Neu-Delhi politisches Asyl. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Schweiz reiste sie in die USA aus. In der Sowjetunion ließ sie zwei Kinder zurück.

Im Westen wurde Peters Flucht während des Kalten Krieges als gelungener Propaganda-Coup gefeiert. Der damalige sowjetische Ministerpräsident Alexei Kosygin nannte Peters hingegen eine „kranke Person“ und „moralisch instabil“.

Peters wehrte sich stets dagegen, auf ihre Rolle als Dissidentin reduziert zu werden. „Ich habe die Lager gewechselt – von den Marxisten zu den Kapitalisten“, sagte Peters 2007 in einem Interview. Sie erklärte jedoch, ihre Identität sei viel komplexer und sie sei nie wirklich verstanden worden.

In den USA heiratete Allilujewa den Architekten William Wesley und nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Kurz nach ihrer Ankunft in den USA wurde das Buch „20 Briefe an einen Freund“ veröffentlicht, dass auf ihren 1963 verfassten Erinnerungen basiert. In dem Werk beschreibt sie ihren Vater als distanzierten und paranoiden Mann.

Mit zwei Autobiografien, in denen sie die Sowjetunion heftig kritisierte, machte die gebürtige Stalina ein Vermögen. Auch von ihrem Vater distanzierte sie sich zunächst deutlich, kehrte jedoch in den 1980er Jahren in die Sowjetunion zurück und verurteilte den Westen.

Peters kritisierte die Politik ihres Vaters, der für den Tod von Millionen Menschen verantwortlich gemacht wird. „Egal, was ich tue oder sage – der Schatten meines Vaters schwebt über mir“, sagte Peters 1983 in einem Interview der Zeitung „Chicago Tribune“. Wo immer sie hingehe, werde sie eine „politische Gefangene“ des Namens ihres Vaters sein.

Stalins Tochter war mindestens viermal verheiratet und hatte drei Kinder.