Zu freizügiges Musik-Video

Frankreich verbietet Rihannas Clip "We found love"

| Lesedauer: 4 Minuten
Nina Schröder

Das neuste Musik-Video "We found love" von Superstar Rihanna sorgt gerade in Frankreich für reichlich Trubel. Der Oberste Medienrat ließ den Clip aufgrund zu anzüglicher Szenen vor 22 Uhr verbieten.

Dass Rihanna (23) vor allem durch ihre kontroversen Outfits und ihr laszives Auftreten Schlagzeilen macht, gehört zu ihrem Image. Mal lässt sie sich in Lack und Leder ablichten, ein anderes Mal erscheint sie nackt mit Stacheldraht umwickelt in der Öffentlichkeit. Allerdings scheint die Sängerin wohl ausgeblendet zu haben, dass sie als Popsternchen in der Musikbranche auch ein großes Vorbild für Teenager und Jugendliche ist. Mittlerweile gleichen nicht nur ihre Konzerte einer softpornografischen Performance, auch in ihren Musik-Videos testet die 23-Jährige immer mehr Grenzen aus.

Doch anscheinend ist die von Barbados stammende Schönheit mit der Publizierung ihres neusten Clips zu weit gegangen – finden zumindest die Franzosen. Vier Wochen nach der Veröffentlichung im Netz, verhängte der Oberste Medienrat in Frankreich nun ein Verbot für Riri’s neustes Werk „We found love“. Das berichtet das Internetportal „hollywoodreporter.com“ Der Grund: Das Video sei zu freizügig, um es vor zehn Uhr abends zeigen zu können. Zudem enthalte es zu anzügliches Bildmaterial und selbstzerstörerische Szenen.

Der Clip, der im nordirischen Belfast und Bangor entstanden ist, erzählt die Geschichte eines Pärchens, das offensichtlich immer wieder auf der Suche nach einem neuen Kick ist. Hierbei geht es vorrangig um Sex, Drogen, Party oder Diebstahl. Wie nicht anders erwartet, spielt die R’n’B-Ikone hier selbst die Hauptrolle. Ihr Geliebter wird von dem englischen Profi-Boxer und Model Dudley O’Shaughnessy (22) gespielt, der Rihanna’s Ex-Freund Chris Brown (22) enorm ähnlich sieht. Die Beziehung von der karibischen Exotin und Brown war vor zwei Jahren durch ein ziemlich unschönes Ereignis kaputt gegangen, nachdem der Sänger die Musikerin kurz vor den Grammy-Awards im Februar 2009 nach einer Feier grün und blau geprügelt hatte.

Dementsprechend liegt es nahe, dass die 23-Jährige, die mit richtigem Namen Robyn Rihanna Fenty heißt, mit ihrem Video „We found love“ ein wenig ihre eigene Geschichte erzählt und ihren Fans ganz intime Einblicke in ihre doch ziemlich turbulente Vergangenheit gewährt. Diese Einblicke scheinen jedoch ein bisschen zu viel des Guten zu sein. Immerhin sieht man das Popsternchen beim offensichtlichen Konsumieren von Rauschgift sowei beim Liebesspiel in unterschiedlichen Stellungen. Platz für die eigene Vorstellung wird also nicht gelassen, die Bilder zeigen bereits alles, was man hin und wieder auch lieber nicht unbedingt sehen möchte. Die beiden Video-Charaktere leben ein exzessives Leben auf der Überholspur, bis sie von der Realität eingeholt werden und zwischendurch immer wieder am Boden zerstört sind.

Genau wie in Rihanna’s Video „S&M“ führte auch hier wieder Melina Matsoukas (30) Regie, die auch schon für Stars wie Kylie Minogue, Beyoncé oder Lily Allen als Direktorin ihrer Musik-Clips engagiert wurde. Allerdings gab es bei keinem anderen Star so viel Gegenwind wegen ihrer Videos wie bei der mehrfachen Grammy-Gewinnerin jetzt. „S&M“ wurde gleich in mehreren Ländern wegen der Anstößigkeit der Bilder verboten. Und auch „We found love“ steht bei den Kritikern nicht hoch im Kurs.

Bislang hat nur Frankreich vorerst die Notbremse gezogen und der provokanten Selbstverwirklichung der Anfang Zwanzigjährigen einen Riegel vorgeschoben. Die Künstlerin hingegen scheint mit dem Ergebnis von Melissa Matsoukis äußerst zufrieden zu sein. Ihr Kommentar bei Twitter: „Ich habe noch nie so ein Video wie dieses gedreht. Ich denke, es ist das bisher tiefsinnigste Video, das ich je gemacht habe.“ Nun ja, wie es scheint, hat das auch ihr Drehpartner Dudley so gesehen. Die Sängerin und der Sportler sind sich nicht nur vor der Kamera näher gekommen. Auch danach wurden sie hin und wieder noch turtelnd und knutschend in der Öffentlichkeit