Havierter Frachter

Ölteppich erreicht Küste Neuseelands

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Rund 30 Tonnen Öl sollen aus dem Frachter ausgelaufen sein, der vergangene Woche vor Neuseeland havarierte.

Video: Reuters
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Kleinere Mengen an Öl aus dem vor der neuseeländischen Küste havarierten Containerschiff "Rena" sind am Montag an einem bei Surfern beliebten Strand angespült worden. Nach Angaben der Behörde Maritime New Zealand wurden faustgroße Ölklumpen am Strand von Mount Maunganui entdeckt.

Erste Teile eines Ölteppichs von dem havarierten Containerschiff „Rena“ sind an die neuseeländische Nordostküste gespült worden. Am Strand von Mount Maunganui, einem beliebten Badevorort der Hafenstadt Tauranga, sei Öl entdeckt worden, berichtete der neuseeländische Rundfunk am Montag. Ursprünglich hatten die Behörden erst für Mittwoch damit gerechnet.

Laut Behörden hat die „Rena“, die am Mittwoch auf das Astrolabe-Riff rund zwölf Seemeilen vor der Stadt Tauranga aufgelaufen war, rund 1.700 Tonnen Öl und 200 Tonnen Diesel an Bord. Davon seien Schätzungen zufolge bislang 100 Tonnen in die Bay of Plenty ausgelaufen. Die Bucht ist bei Fischern und Tauchern beliebt und ist bekannt für ihre Tier- und Pflanzenwelt.

Gesundheitsbehörden brachten an der Küste deshalb Warnschilder an mit dem Hinweis, verseuchten Fisch und Meeresfrüchte nicht zu essen. Unterdessen berichtete die Gewerkschaft der Seeleute am Montag von bekannten Mängeln auf der „Rena“, die Behörden bei einer früheren Inspektion des in Liberia registrierten Schiffes festgestellt hätten.

Aus den Treibstofftanks des leckgeschlagenen Frachters sind nach Angaben von Verkehrsminister Steven Joyce etwa 100 Tonnen Schweröl ausgelaufen. Bis zur Hälfte der Menge könnte in den Südpazifik geflossen sein. Der Rest befinde sich im zerstörten Schiffskiel. „Wir erwarten mehr Öl an der Küste in den nächsten Tagen“, sagte Joyce. Er warnte Einwohner davor, das Öl selber zu entfernen. Experten seien auf dem Weg, um die Arbeit zu übernehmen.

Reporter berichteten von „großen Fladen und dicken Klumpen“ Öls, die von dem Schiff an die Strände bei Tauranga gespült worden seien. Der Frachter war am vergangenen Mittwoch rund 22 Kilometer vor der Küste auf ein Riff gelaufen.

Die Gewerkschaft der Seeleute Maritime Union gab bekannt, dass Behörden bei einer Inspektion auf der „Rena“ im vergangenen Monat mehrere Mängel festgestellt hätten. Dabei sollen auch Probleme bei den Seekarten entdeckt worden sein. Joyce wollte den Bericht nicht kommentieren.

In der Nacht zum Montag hatten Bergungsmannschaften bereits mit dem Abpumpen des Schweröls aus der „Rena“ begonnen. Wegen schlechten Wetters mussten die Arbeiten jedoch wieder eingestellt werden. Nach Angaben der Schifffahrtsbehörde MNZ wurden bis dahin nur rund 10 der insgesamt 1700 Tonnen Treibstoff aus den Tanks des Containerfrachters auf das Spezialschiff „Awanuia“ umgepumpt.

Bis zum Sonntag wurden acht Seevögel, darunter sechs Pinguine, aus dem Ölteppich gerettet, der eine Länge von etwa fünf Kilometern erreicht hat. Ministerpräsident John Key reiste am Sonntag in die Region und forderte eine Erklärung der Verantwortlichen. Das Schiff sei „mitten in der Nacht mit 17 Knoten bei ruhiger See in ein gut dokumentiertes Riff gerauscht. Also muss uns jemand sagen, warum das passiert ist.“ Die griechische Reederei Costamare, der die „Rena“ gehört, erklärte, sie arbeite mit den örtlichen Behörden zusammen.

Das Abpumpen des Treibstoffs soll bis zu 40 Stunden dauern. Die Schifffahrtsbehörde korrigierte darüber hinaus Angaben zum Alter des Schiffs: Es sei 21 Jahre alt – statt 32, wie zuvor angegeben. Der 236 Meter lange Frachter droht auseinanderzubrechen und könnte eine große Ölpest verursachen. Auch für die nächsten Tage haben Meteorologen starke Winde und heftigen Regen für das Gebiet angesagt.

Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte, der Vorfall zeige, wie schwierig es sei, mit Öllecks auf See umzugehen. „Sogar ein langsames und relativ zugängliches Leck wie dieses hat die Reaktionsfähigkeit Neuseelands an ihre Grenzen gebracht“, erklärte Greenpeace-Sprecher Steve Abel. Für Wale und Delfine, die in der Gegend derzeit ihre Jungen zur Welt brächten, sei dies eine potenzielle Katastrophe.

Die „Rena“ hatte auch einige Gefahrengüter an Bord, darunter vier Container mit Ferrosilizium. Die Behörden erklärten, sie würden die Entfernung dieser Güter zu einer Priorität machen.

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