Horror-Helikopter-Crash

Pilot entkommt knapp tödlichen Rotorblättern

Greg Gribble hat den Absturz seines Helikopters in einen Strommast in Auckland nur knapp überlebt. Erste Ermittlungen zeigen: Der Unfall war wohl nicht seine Schuld.

Greg Gribble hatte unfassbares Glück. Als der erfahrene Hubschrauberpilot aus Auckland gestern am Viaduct-Hafen der neuseeländischen Küstenstadt einen riesigen Weihnachtsbaum hochzog, verfingen sich die Rotoren offenbar plötzlich in Kabeln. Der Helikopter brach und fiel wie ein Stein zur Erde. Doch Gribble blieb auf wundersame Weise unverletzt.

Zufällig war ein Team des Fernsehsenders TVNZ anwesend, um live bei der Errichtung des Baumes dabei zu sein. Ihr vorweihnachtlicher Nachrichtenfilm wurde leider etwas weniger beschaulich, als geplant: gegen 10.30 Uhr hatte Gribble mit seinem B2 Squirrel-Hubschrauber damit begonnen, den sieben Stockwerke hohen Telecom-Weihnachtsbaum aus Glasfiberoptik an der berühmten Te Wero Brücke aufzustellen. Dieser Baum mit seinen 375.000 Lichtern ist eine alljährliche Attraktion an Aucklands Hafen.

Huschrauber brach in zwei Teile und krachte zu Boden

Der Hubschrauber schwebte etwa fünf Meter über dem Boden, als das Kabel, das den Baum hielt, offenbar in den Propeller geriet. Der Hubschrauber wurde in einen Hochspannungsmast geschleudert, brach mitten entzwei und knallte kopfüber auf den Boden. Dort blieb er, wie ein Zeuge es ausdrückte, „wie ein toter Fisch liegen“.

Gribble wurde wie ein Crashtest-Dummy herumgeschleudert: Er flog erst fast aus der Seitentür, dann rissen ihn die Gurte wieder ins Innere des Hubschraubers. Nur ganz knapp entkam er dabei den tödlichen Rotorblättern, die zischend durch die Luft schnitten.

Passanten halfen dem Piloten

Ein Augenzeuge namens Richard hatte das Aufstellen des Baumes mit seinem Fernglas verfolgt. Er hörte eine Art lauten Peitschenknall, dann stürzte der Helikopter „im freien Fall” ab. „Das Gruseligste war, all die Leute am Boden zu sehen, die um ihr Leben rannten”, erzählte er später Journalisten, „die Menschen rannten erst weg, dann rannten sie zurück, um dem Piloten zu helfen”. Sie stemmten die verzogene Tür des Hubschraubers auf und halfen ihm heraus. Gribble war „erschüttert, aber in Ordnung”.

Die neuseeländische Luftfahrtbehörde CAA hat bereits mit einer Untersuchung der Unfallursache begonnen. Bisher wissen weder der Pilot noch die Umstehenden, was genau schief gelaufen ist. Sicherheitsinspektor Steve Walker hat das Wrack bereits unter die Lupe genommen, doch die Untersuchung wird wohl bis zu vier Wochen dauern.

Es soll ein Problem mit den Kabeln gegeben haben

„Es gibt sicher einige Hinweise darauf, dass es ein Problem mit dem Kabel gab, das benutzt wurde”. Und er fügte kopfschüttelnd hinzu: „Der Pilot hatte Glück, da heil herausgekommen zu sein”.

Gribble, Mitte 50, ist inzwischen bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er führt das Familienunternehmen, eine kleine Hubschraubergesellschaft namens „Helisika Helicopters”, zusammen mit seinem Sohn Jez. Mit ihren zwei Hubschraubern spezialisieren sie sich sonst auf das Versprühen landwirtschaftlicher Chemikalien, Hebejobs und Feuerbekämpfung. Vater Greg hat mehrere tausend Flugstunden auf dem Buckel. Aber er hatte sich auf diesen „Spezialjob” mit dem Telecom-Weihnachtsbaum besonders gefreut, erzählt Jez, der ebenfalls als Pilot arbeitet.

Schwester Jade, im neunten Monat schwanger, bediente gerade das Firmentelefon, als die Nachricht vom Absturz ihres Vaters kam. Beide sind unendlich erleichtert, dass er so glimpflich davonkam. „Irgendjemand muss auf ihn aufgepasst haben”, meint Jez, „das ist alles wofür wir gebetet haben könnten – dass er sicher und glücklich ist. Irgendjemand muss auf seiner Seite gewesen sein”.