Spanien

Stier durchbohrt mit Horn Wange – Matador überlebt

In einer Stierkampfarena in Saragossa hat sich eine blutige Tragödie abgespielt. Ein 38-jähriger Stierkämpfer wurde von einem Tier schwer verletzt.

Foto: dpa

Ein spanischer Matador ist durch ein Stierhorn, das seinen linken Backenknochen durchstieß, schwer am Kopf verletzt worden. Nach einer sechsstündigen Operation befindet er sich außer Lebensgefahr. Das Krankenhaus, in dem Juan José Padilla behandelt wurde, teilte einen Tag nach dem Unfall mit, der Zustand des Stierkämpfers habe sich "sehr stabilisiert“. Seine linke Gesichtshälfte werde aber für immer gelähmt bleiben. Wahrscheinlich werde er auch die Sehkraft des linken Auges verlieren.

Der 38-jährige war am Freitagnachmittag in der Arena von Saragossa im Nordosten Spaniens durch einen als besonders gefährlich eingestuften Stier verletzt worden. Das Horn durchbohrte den linken Backenknochen und ragte oberhalb der linken Augenhöhle heraus.

Das Fernsehen übertrug die Horrorszenen in der Stierkampfarena. Die Zuschauer sahen, wie es Padilla blutüberströmt aus dem Ring der Arena schaffte, während seine Helfer den 500 Kilogramm schweren Stier ablenkten. "Ich kann nichts sehen, ich kann überhaupt nichts sehen“, schrie er, als er von der Stierkampfarena Misericordia in das Miguel-Servet-Krankenhaus in Saragossa gebracht wurde.

Es war der zweite Stierkampf für Padilla am zweiten Tag des Festivals Virgen del Pilar. Die ihn behandelnden Ärzte teilten mit, sie hätten Titan-Platten und Gewebe zur Wiederherstellung seines Gesichtsknochens und der Augenhöhle eingesetzt. Es sei auch versucht worden, den Sehnerv zu rekonstruieren. Einer von Padillas Helfern, Vicente Yesteras, sagte, der Matador habe noch Glück gehabt, dass das Horn nicht in sein Gehirn eingedrungen sei.

Chris Rea setzt sich für unblutige Stierkämpfe ein

Stierkämpfe sind in Spanien nicht mehr unumstritten, aber noch immer Teil der Kultur und Tradition des Landes. Tierschützer fordern ein Verbot, der britische Rockmusiker Chris Rea machte kürzlich einen anderen Vorschlag: Die EU solle die Matadore dafür bezahlen, die Stiere am Leben zu lassen, so wie sie Fischer dafür bezahle, keine Fische zu fangen. Das Töten der Tiere sei nicht notwendig. "Wir töten wegen des Fleisches, aber wir sollten nicht zum Vergnügen töten“, sagte Rea.

Zu seinem neuen Multimedia-Projekt "Santo Spirito Blues“ gehören neben einer Audio-CD mit 13 neuen Liedern zwei DVDs, darunter ein filmischer Diskurs über den Stierkampf mit zum Ende hin schockierenden Bildern eines langsam verblutenden Stiers. "Wir zeigen einfach alles“, sagt Rea.

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos

Beschreibung anzeigen

Meistgelesene