Revision zurückgezogen

Jörg Kachelmann bleibt ein freier Mann

Der Freispruch für Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung ist rechtskräftig. Denn die Staatsanwaltschaft Mannheim und die Nebenklägerin zogen ihre Revision zurück.

Wettermoderator Jörg Kachelmann muss sich nicht weiter wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Mannheim und die Nebenklägerin, Kachelmanns Ex-Freundin, zogen nach Angaben des Lansgerichts Mannheim vom Freitag ihren Antrag auf Revision zurück. Damit ist das Urteil des Landgerichts vom 31. Mai 2011 rechtskräftig, mit dem der ehemalige Wettermoderator vom Vorwurf der schweren Vergewaltigung und gefährlichen Körperverletzung freigesprochen wurde.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Prozess vier Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe für den 52-Jährigen beantragt.

Das schriftliche Urteil des Landgerichts Mannheim, das Kachelmann nach dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ freigesprochen habe, sei „nachvollziehbar“, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag in Mannheim mit. Es gebe keine „tragfähigen Beweise“, dass Kachelmann im Februar 2010 seine Freundin mit einem Messer bedroht und vergewaltigt habe, hieß es damals in der mündlichen Urteilsbegründung. Das schriftliche Urteil kommt laut Staatsanwaltschaft nun mit nachvollziehbaren Argumenten und ohne Rechtsfehler zu dem Ergebnis, dass das Gericht sich nach umfassender Beweisaufnahme nicht mit der für eine Verurteilung notwendigen Sicherheit von der Schuld des Angeklagten überzeugen konnte. Eine Revision biete deshalb keine genügenden Erfolgsaussichten, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft.

Gegen Strafurteile der Landgerichte ist nur Revision zum Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe möglich. Anders als bei Berufungsverfahren gibt es keine komplette Neuverhandlung vor dem BGH, vielmehr wird dort das schriftliche Urteil des Landgerichts auf Rechtsfehler überprüft.