Amanda Knox

"Engel mit den Eisaugen" wartet auf sein Urteil

Im Berufungsprozess gegen die in Italien wegen Mordes verurteilte US-Studentin Amanda Knox soll am Montag das Urteil fallen. Dann wird sich entscheiden, ob der "Engel mit den Eisaugen" freigesprochen wird oder lebenslang in Haft muss.

Amanda Knox, die als „Engel mit den Eisaugen“ bekannt wurde, hat in dem Berufungsprozess wegen Mordes in Italien die Möglichkeit einer letzten Stellungnahme gehabt. Diese Gelegenheit sollte am Montag auch ihr mitverurteilter Ex-Freund Raffaele Sollecito vor dem Gericht in Perugia bekommen. Die 24 Jahre alte Knox und ihr drei Jahre älterer italienischer Ex-Freund waren 2009 in einem der spektakulärsten Indizienprozesse der italienischen Geschichte wegen Mordes an einer britischen Studentin zu jeweils 26 beziehungsweise 25 Jahren Haft verurteilt worden.

Gegen Montagmittag wollte sich das von mehr als 400 internationalen Medienvertretern belagerte Geschworenengericht dann zu seinen Urteilsberatungen zurückziehen, wie italienische Medien berichteten. Das Urteil wurde gegen Abend erwartet, hieß es.

Seit November 2010 versuchen Knox und Sollecito, in einem Berufungsverfahren ihre Unschuld zu beweisen. Die Verteidiger plädierten auf Freispruch, weil die wichtigsten DNA-Beweise der Anklage nichtig seien, da bei der Spurensicherung wissenschaftliche Verfahren nicht angewendet wurden. Das habe ein unabhängiges Gutachten bestätigt.

Die Staatsanwälte wiesen diese These zurück und forderten für Knox und ihren Ex-Freund eine lebenslange Haftstrafe. Beobachter und Medien rechneten zuletzt mit einem Freispruch.

Vor zwei Jahren wurden Knox und Sollecito für schuldig erklärt, die Austauschstudentin Meredith Kercher (21) in der Nacht zum 2. November 2007 bei ausufernden Sexspielen getötet zu haben, weil die Britin nicht mitmachen wollte. Ein Mittäter wurde zu 16 Jahren Haft verurteilt. Kercher war mit durchschnittener Kehle, vergewaltigt, halbnackt und von zig Messerstichen übersät in ihrer und Knox' gemeinsamer Wohnung in Perugia gefunden worden.