Knalltrauma

Vuvuzela-Lärm – Frau bekommt Schmerzensgeld

Foto: Carlsberg

Weil ein Arzt zu laut in die Vuvuzela blies, ging eine Patientin wegen Lärmbelästigung vor Gericht. Vor Prozessbeginn kommt es zum Vergleich.

Weil ein Augsburger Arzt vor seiner Praxis zu laut auf einer Vuvuzela getrötet hat, muss er einer Patientin 2000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Mit diesem am Wochenende bekannt gewordenen Vergleich ist eine Verhandlung vor der 10. Zivilkammer des Augsburger Landgerichts hinfällig geworden. Der Termin war für Montag anberaumt. „Die Parteien haben sich kurz vor der Verhandlung geeinigt“, bestätigte die Vorsitzende Richterin Iris Große.

Der ungewöhnliche Fall beschäftigt bereits seit geraumer Zeit das Landgericht Augsburg. In einem Zivilprozess wollte die Patientin von ihrem Arzt wegen eines Knalltraumas zunächst mindestens 5000 Euro Schmerzensgeld und dazu noch über 800 Euro Schadenersatz. Der Arzt hatte zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 auf einer Vuvuzela getrötet, einem jener knallbunten Blasinstrumente, die während der WM in Südafrika wegen ihrer Lautstärke zu zweifelhaftem Ruf gelangt sind.

Einstimmung auf WM-Spiel 2010

Zugetragen hat sich der Fall am 16. Juni 2010. Die Frau war mit dem Aufzug zu der Gemeinschaftspraxis hochgefahren. Als sie gerade ausstieg, trötete der Mediziner vor seiner Praxistür auf seiner Vuvuzela – wohl als Einstimmung auf das WM-Spiel Deutschland gegen Serbien.

Bei einem vorangegangenen Gerichtstermin hatten die Sprechstundenhelferinnen ausgesagt, dass die beiden Ärzte der Gemeinschaftspraxis an diesem Tag recht albern gewesen sein sollen. Die Patientin jedenfalls, die eigenen Angaben nach bereits vor dem Zwischenfall an einer Hörminderung durch einen Tinnitus litt, gab an, sie habe durch den Lärm ein Knalltrauma erlitten.

Die bei einem Gütetermin angebotenen 2000 Euro waren der Klägerin zunächst zu wenig. Doch kurz vor dem Gerichtstermin stimmte sie nun dem Vergleich zu, somit ist der Prozess hinfällig.

( dapd/bas )

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