"Occupy Wall Street"

New Yorker Polizei nimmt 300 Demonstranten fest

Bei landesweiten Protesten von Anhängern der Bewegung "Occupy Wall Street" sind am Donnerstag allein in New York über 300 Demonstranten festgenommen worden. Tausende Demonstranten versammelten sich nahe der New Yorker Börse, um abermals gegen das weltweite Finanzsystem zu protestieren.

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Nach dem Versuch, die Eröffnung der Börse in der Wall Street zu verhindern, zogen viele Demonstranten der Occupy-Bewegung über die Brooklyn Bridge.

Video: Reuters
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Bei landesweiten Protesten von Anhängern der Bewegung Occupy Wall Street sind am Donnerstag allein in New York mindestens 300 Demonstranten festgenommen worden. An dem Aktionstag, der das zweimonatige Bestehen der Occupy-Bewegung markierte, versammelten sich mehr als 1.000 Demonstranten unweit der New Yorker Börse.

Tausende Menschen waren nach Aufrufen über Netzwerke wie Facebook in das Herz des New Yorker Finanzbezirks gekommen, um gegen die Macht der Banken und soziale Ungerechtigkeiten zu demonstrieren. Am „Day of Action“, dem „Tag der Aktion“, zogen sie durch die Stadt, besetzten U-Bahnstationen und Plätze.

Eisengitter und Beamte in Kampfmontur versperrten den Demonstranten den Weg ins Herz des Finanzbezirks. Menschen, die zu ihren Arbeitsplätzen wollten, mussten scharfe Kontrollen über sich ergehen lassen. Ihr Vorhaben, die Börse lahm zu legen, konnten die Demonstranten jedoch nicht umsetzen.

Viele beteiligten sich auf etlichen Straßenkreuzungen an Sitzblockaden, die zum Teil von Bereitschaftspolizisten wieder aufgelöst wurden.

Bei den Festnahmen wurden einige Menschen verletzt. Sieben Polizisten wurden verletzt, wie Polizeichef Ray Kelly am Donnerstag mitteilte. Fünf von ihnen sei eine „Flüssigkeit ins Gesicht“ gespritzt worden. Ein Mann wurde in Polizeigewahrsam genommen, weil er mehreren Polizisten offenbar Essig ins Gesicht spritzte, wie die Behörden mitteilten.

Nach den Ausschreitungen während des Tages zogen die Massen in den Abendstunden über die Brooklyn Bridge bis zum Foley-Platz im Süden Manhattans; dabei blieb es weitgehend friedlich. Anfang Oktober hatte die Polizei bei einem Occupy-Marsch über die Brücke mehr als 700 Menschen festgenommen.

In anderen US-Städten fanden weitgehend friedliche Proteste gegen das weltweite Finanzsystem statt, unter anderem in Washington, Boston und Chicago. In Los Angeles zogen rund 500 Occupy-Anhänger durch das Bankenviertel und skandierten: „Die Banken wurden gerettet, wir aber ausverkauft!“ In Portland wurden 20 Personen wegen einer Sitzblockade auf einer Brücke festgenommen. In Las Vegas nahm die Polizei 21 Aktivisten in Gewahrsam.

Die Stimmung zwischen der Polizei und den Anhängern von „Occupy Wall Street“ war diese Woche aufgeheizt worden, als die Demonstranten in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus dem Zuccotti Park vertrieben wurden. Bürgermeister Michael Bloomberg hatte das Zeltlager in der Nacht zum Dienstag räumen lassen. Es kam zu Festnahmen, die Demonstranten machten am darauf folgenden Morgen mit Sprechchören ihrem Unmut Luft.

„Occupy Wall Street“ („Besetzt die Wall Street“) kämpft seit Mitte September gegen die Macht der Banken und für mehr soziale Gerechtigkeit. Die Bewegung hat in New York ihren Ausgangspunkt genommen und sich rund um die Welt ausgebreitet. In den Augen der Demonstranten steht das bekannte Börsengebäude an der Wall als Symbol für die verhasste Finanzwelt, für die Ausbeutung der einfachen Menschen durch eine kleine Elite.

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