Hamburg

Kiez-Größen nehmen Abschied vom Wirt der "Ritze"

Zur Trauerfeier für die verstorbene St.-Pauli-Legende Hanne Kleine versammelte sich eine illustre Gesellschaft: von "Karate Thommy" bis "Milliarden-Mike".

Mehr als 400 Trauergäste haben am Freitag in Hamburg auf dem Ohlsdorfer Friedhof Abschied von Hanne Kleine genommen. Der Wirt der berühmt-berüchtigten Box-Kneipe "Zur Ritze" auf St. Pauli war eine Woche zuvor nach langem Krankenhausaufenthalt im Alter von 79 Jahren an einer Infektion gestorben.

Unter den Trauergästen waren Prominente wie Udo Lindenberg, Heinz Hoenig, Jan Fedder, Olivia Jones und René Weller sowie Kiez-Größen wie Karl-Heinz Schwensen, "Karate Thommy", der "schöne Klaus" und "Milliarden-Mike". Laut "Hamburger Abendblatt" würdigte der Trauerredner vor allem Kleines "unbedingte Verlässlichkeit", seinen Humor, seine Ehrlich- und Aufrichtigkeit.

Am Abend zogen Freunde und Bekannte in einem Trauermarsch über den Kiez. Die Polizei hatte dafür extra eine Spur der Reeperbahn gesperrt.

"Chinesen-Fritz" vom Barhocker geschossen

In Kleines Keller, in dem der ehemalige Mittelgewichtsboxer der DDR-Nationalmannschaft einen Trainingsraum aufgemacht hatte, trainierten nicht nur Kiezbewohner, sondern auch Profis wie Henry Maske oder Dariusz Michalczewski trainierten.

Zwei Kiezlegenden verloren in der "Ritze" ihr Leben: Der Zuhälter "Chinesen-Fritz" wurde 1981 vom Barhocker geschossen, Boxer Stefan Hentschel erhängte sich 2006 an einem Sandsackhaken.

Die Kneipe mit den gespreizten Frauenbeinen auf der Eingangstür wird nun von Kleines Ehefrau Kirsten weitergeführt.