Prellbock weggerammt

Lok stürzt beim Rangieren fünf Meter in die Tiefe

In Hamburg hat eine Diesellok bei einer Rangierfahrt den Prellbock am Streckenende überfahrenen und ist daraufhin entgleist und auf eine tiefer gelegene Straße gestürzt. Bei dem 28-jährigen Auszubildenden, der die Unglückslok gesteuert haben soll, handelt es sich nicht um einen Lokführer.

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Lok stürzt ab – Fahrlehrer übersieht bei Ausbildungsfahrt Ende einer Brücke.

Video: Reuters
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Nach dem Güterzugunglück in der Nacht zum Donnerstag in Hamburg-Billwerder haben die Ermittlungen zur Unglücksursache begonnen. „Wir haben die Strecke und den Zug beschlagnahmt“, sagte Bundespolizeisprecher Rüdiger Carstens. Bevor gegen Mittag die Lok geborgen werden sollte, wollten die fünf Ermittler der Bundespolizei noch wichtige Spuren sichern. Auch das Eisenbahnbundesamt sei eingeschaltet worden. Die S-Bahnen der Linie S 21 hielten bis zum Abschluss der Bergungsarbeiten nicht an der Station Mittlerer Landweg, wie ein Bahnsprecher sagte.

Prellbock überfahren

Gegen 3.25 Uhr hatte ein leerer Güterzug auf einem Nebengleis unweit des Bahnhofes bei einer Rangierfahrt den Prellbock am Streckenende überfahren. Dabei war die Diesellok über das Streckenende hinausgeschossen und fünf Meter den Bahndamm herab gestürzt. Das tonnenschwere Fahrzeug kam auf der Straße Mittlerer Landweg zum Stehen. Die beiden Lokführer im Alter von 28 und 49 Jahren blieben bei dem Unglück unverletzt. Sie waren noch rechtzeitig vom Führerstand der Lok abgesprungen. Auch auf der Straße seien keine Menschen in Gefahr gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Die Feuerwehr musste größere Mengen ausgelaufenen Diesels mit Bindemittel abstreuen und aufnehmen, sowie aus einem anliegenden Siel abpumpen. Eine Gefahr für das Grundwasser könne nicht ausgeschlossen werden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Umweltbehörde sei daher ebenfalls mit Experten am Unfallort. Im Laufe des Tages sollte auch der restliche Kraftstoff aus dem Wrack der Lokomotive abgepumpt werden.

Auszubildender fuhr die Lok

Von den sechs leeren Güterwaggons des Zuges sprangen zwei ebenfalls aus den Gleisen. Auch sie sollten im Laufe des Tages von einer Bergungsfirma wieder in die Schienen gehoben werden. Die Eignergesellschaft des Zuges, die Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE), wollte sich zunächst nicht zu dem Zwischenfall äußern. „Wir haben noch keine Erkenntnisse zu den Ereignissen vor Ort“, sagte eine Konzernsprecherin.

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Klar sei, dass der 28-jährige Auszubildende die Lok gesteuert habe und der 49-jährige Mann der Ausbilder auf der Fahrt gewesen sei. Die Höhe des Sachschadens war zunächst unklar.

Der 28-jährige Auszubildende, der nach Angaben der Bundespolizei die Unglückslok von Hamburg-Billweder gesteuert haben soll, ist kein Lokführer. Es handele sich um „einen Auszubildenden zum Wagenmeister und Rangierbegleiter“, sagte eine Sprecherin des zuständigen Bahnunternehmens Captrain am Donnerstag. Der andere 49-jährige Mann an Bord sei aber Lokführer gewesen.

Laut der Sprecherin hat es sich um eine Ausbildungsfahrt gehandelt: „Es sollten leere Güterwaggons für einen Kunden in Hamburg-Billwerder rangiert und bereitgestellt werden“. Die Züge der Teutoburger-Eisenbahn (TWE), einer Tochter von Captrain, würden die Strecke regelmäßig bedienen.