USA

Prügelnder Familienrichter entgeht Bestrafung

Der brutale Familienrichter in Texas muss sich keine Sorgen machen: Dafür, dass er seine Tochter mit einem Gürtel verprügelt hat, kann er nicht mehr angeklagt werden.

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Die Prügelattacke gegen seine eigene Tochter wird für einen texanischen Familienrichter keine juristischen Folgen haben. Die Tat sei bereits verjährt, sagte ein Sprecher der Polizei in Rockport.

Es sei davon auszugehen, dass eine Straftat vorgelegen habe und normalerweise wäre es auch zu einer Anklage gekommen, sagte der Polizeisprecher. Das Video sei jedoch bereits 2004 entstanden. Die Verjährungsfrist für derartige Taten beträgt fünf Jahre.

Der Bezirksstaatsanwalt habe deshalb entschieden, keine Anklage zu erheben, sagte der Polizeisprecher weiter. Er habe der Polizei stattdessen vorgeschlagen, den Fall der Bundesanwaltschaft vorzutragen, auch wenn er glaubte, dass es auch dort nicht zu einer Anklage kommen würde.

Wollte Tochter Vater damit erpressen?

Ein Video, das auf die Internetplattform „YouTube“ hochgeladen wurde, zeigt, wie der Mann mit einem Gürtel mehrfach auf seine damals 16-jährige Tochter einschlägt und sie beschimpft.

Der achtminütige Film, den das Mädchen in der vergangenen Woche selber veröffentlicht haben soll, wurde bereits mehr als 3,7 Millionen Mal abgerufen.

Der 51-Jährige ist als Richter unter anderem für Kindesmissbrauchsfälle zuständig gewesen. In einer dreiseitigen Stellungnahme zu dem Vorfall erklärte er, seine heute 23-jährige Tochter habe das Video veröffentlicht, weil er ihren finanziellen Unterhalt kürzen wolle.

Das Mädchen lebt mittlerweile bei der Mutter. Die Stellungnahme enthält keine Entschuldigung für die Prügelattacke, aber dem US-Fernsehsender KZTV erklärte der Mann, das Video „sehe schlimmer aus, als es war.“

Richter muss um Wiederwahl fürchten

Die 23-Jährige sagte in einer Sendung des TV-Senders NBC, dass ihr Vater sie häufiger geschlagen habe. Sie habe mit der Veröffentlichung des Videos gewartet, weil sie Angst vor neuen Übergriffen gehabt habe, solange sie noch bei ihrem Vater lebte.

Der Fall hat in den USA für Empörung gesorgt und eine Debatte über häusliche Gewalt gegen Kinder ausgelöst. Der Richter war nach Bekanntwerden des Videos vorübergehend suspendiert worden. Ihm blühen zwar keine juristischen Folgen, er muss laut CBS aber wohl um seine Wiederwahl fürchten, die in drei Jahren ansteht.