Unfall auf der A5

Drei Tote nach Zusammenstoß mit Wildschwein

Tragödie auf der A5 in Hessen: Drei Menschen sind bei einem Unfall mit einem Wildschwein gestorben. Ein Basketballbundesligist trauert um seine Freundin.

Foto: dpa / dpa/DPA

Ein Unfall mit einem Wildschwein hat auf der A5 in Hessen drei Menschen das Leben gekostet, ein vierter wurde verletzt. Laut Polizei war auf der Autobahn Frankfurt-Kassel bei Alsfeld zunächst ein Kleintransporter mit dem Tier zusammengeprallt, das tot auf der linken Spur liegenblieb.

Anschließend fuhr ein zweites Auto über das tote Tier, die Fahrerin hielt danach auf dem Standstreifen an. Als die 28-Jährige und zwei Mitfahrerinnen aus dem Auto ausstiegen, raste ein dritter Wagen in die Unfallstelle und prallte auf den Wagen der Frauen, wobei die 28-Jährige sowie eine 16 Jahre alte Begleiterin getötet wurden. Der 46-jährige Fahrer des dritten Autos kam ebenfalls ums Leben.

Bei den getöteten Frauen handelt es sich um die langjährige Lebensgefährtin und die Schwester eines Spielers des Basketballbundesligisten BG Göttingen. Der überwiegende Teil der Mannschaft war dem Auto in zwei Kleinbussen hinterhergefahren und musste das Geschehen mit ansehen.

Spielern, Trainer und Betreuern werde psychologische Hilfe angeboten, heißt es in einer Erklärung des Vereins. So wurde ein Notfallseelsorger des Vogelsbergkreises eingeschaltet.

„Die BG Göttingen trauert mit ihrem Spieler Marco Grimaldi um die zwei verstorbenen Angehörigen seiner Familie“, teilte der Verein mit. Die dritte Frau im Wagen – die 22-jährige Lebensgefährtin des BG-Spielers Kyle Bailey – überlebte den Verkehrsunfall leicht verletzt.

Die Polizei hatte zunächst berichtet, die Frau sei schwer verletzt worden. Grimaldis Bruder, der Fußball-Zweitligaprofi Adriano, fehlte am Sonntag wegen des Trauerfalls beim Spiel seines Teams Fortuna Düsseldorf beim FSV Frankfurt. Die BG Göttingen hat im Internet ein Kondolenzbuch eingerichtet, in dem Fans ihr Mitgefühl ausdrücken können.

Zur Unfallursache erklärten die Ermittler, der 46-jährige Autofahrer aus Vellmar sei vermutlich sehr schnell gefahren. Nachdem er über den Kadaver raste, sei er wohl in die rechte Leitplanke geschleudert, abgeprallt und mit voller Wucht gegen den Wagen der Frauen gestoßen, hinter dem die drei Insassen vermutlich standen. Wegen des Unfalls wurde die A5 in Richtung Norden für etwa fünf Stunden gesperrt.