Prozess gegen Kindsmörder

"Maskenmann" gesteht Morde an drei Jungen

Drei kleine Jungen hat er getötet, zahlreiche missbraucht. Seit Mitte Oktober steht Martin N., auch bekannt als der "Maskenmann", in Stade vor Gericht. Am zweiten Verhandlungstag gestand er nun in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung die Morde an den Kindern.

Der als „Maskenmann“ bekanntgewordene mutmaßliche Kindsmörder Martin N. hat vor Gericht seine früheren Geständnisse erneuert. In seinem Prozess vor dem Landgericht Stade gestand der 40-Jährige am Mittwoch in einer von einem Verteidiger verlesenen Erklärung die drei ihm zur Last gelegten Morde an Jungen sowie den Missbrauch diverser weiterer Opfer. Lediglich einige wenige der insgesamt etwa 40 Missbrauchstaten, die ihm in der Anklage vorgeworfen werden, ließ N. über den Anwalt vor Gericht bestreiten.

„Ich bin entsetzt über meine Taten und empfinde tiefe Scham und Reue“, teilte der Angeklagte in der Erklärung weiter mit. N. muss sich wegen einer aufsehenerregenden Mord- und Missbrauchsserie verantworten, bei der er laut Anklage zwischen 1992 und 2001 in verschiedene norddeutsche Schullandheime, Zeltlager und Privatwohnungen eingedrungen und Jungen missbraucht haben soll. Drei von ihnen soll er getötet haben. Er habe sie „aus Angst vor Entdeckung“ ermordet, ließ N. am Mittwoch vor Gericht erklären.

Getarnt mit einer dunklen Sturmhaube soll er nachts in Kinderzimmer, Schullandheime und Zeltlager eingestiegen sein. Die Polizei suchte jahrelang vergeblich nach ihm. Ein früheres Missbrauchsopfer brachte die Fahnder im Frühjahr schließlich auf die Spur des gebürtigen Bremers. Der Angeklagte hatte die Taten bereits bei der Polizei gestanden.