Wunder in der Türkei

Zwei Wochen altes Baby aus Trümmern geborgen

Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben im Osten der Türkei haben Rettungskräfte ein rund zwei Wochen altes Baby lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes in der Stadt Ercis geborgen.

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In der besonders von dem Beben betroffenen Stadt Ercis konnten Helfer ein kleines Mädchen bergen. Der 14 Tage alte Säugling hatte fast 48 Stunden unter dem Schutt überlebt.

Video: Reuters
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Wie durch ein Wunder haben Rettungskräfte zwei Tage nach dem verheerenden Erdbeben in der Türkei ein zwei Wochen altes Baby lebend aus den Trümmern geborgen. Fernsehbilder zeigten, wie die Retter die kleine Mädchen Azra aus dem Schutt in der Stadt Ercis hoben und in eine Decke gewickelt den Sanitätern übergaben. Die Zahl der Todesopfer durch das Beben der Stärke 7,2 am Sonntag stieg aber auf mindestens 366. Rund 1300 Menschen wurden verletzt.

Hunderte Rettungskräfte suchten in den am schwersten betroffenen Städten Ercis und Van weiter nach Opfern. Sie fanden nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Dogan am Dienstagmorgen fünf weitere Überlebende, entdeckten aber auch viele Leichen. Aus Furcht vor weiteren Nachbeben verbrachten tausende Menschen die zweite Nacht in Folge im Freien, wo sie trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt in Autos oder Zelten übernachteten.

Mehr als 2000 Gebäude seien bei dem Beben der Stärke 7,2 am Sonntag eingestürzt, teilte das Büro des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit. Sein Stellvertreter Bulent Arinc erklärte, die Sucharbeiten könnten noch am Dienstag eingestellt werden.

Neunjähriger stundenlang eingeschlossen

In Ercis war der neunjährige Oguz Isler acht Stunden in den Trümmern des Hauses seiner Tante eingeschlossen. Er konnte gerettet werden und wartete am Dienstag neben dem Schutthaufen auf Nachricht über das Schicksal seiner Eltern und anderer Verwandter. Der Junge, seine Schwester und eine Cousine waren im Treppenhaus gefangen, wo eine Stahltür auf ihn fiel. „Wir haben gerufen 'Hilfe! Wir sind hier'“, sagte Isler. „Sie haben uns ein paar Stunden später gefunden.“ Auch seine 16 Jahre alte Schwester Ela und die zwölfjährige Cousine Irem konnten lebend geborgen werden.

Die Rettungsarbeiten der türkischen Regierung schienen gut organisiert. Die Behörden dort haben nach zahlreichen Erdbeben Erfahrung im Umgang mit einer solchen Katastrophe. Hunderte Rettungskräfte waren im Einsatz, der Türkische Rote Halbmond verteilte Zelte und Decken und richtete Suppenküchen ein. Allerdings gab es in Ercis weiterhin keinen Strom und kein fließendes Wasser.

Tausende Menschen im Osten der Türkei verbrachten nach dem schweren Erdbeben mit mindestens bereits die zweite Nacht bei Temperaturen nahe am Gefrierpunkt im Freien, in Autos und Zelten. Sie trauen sich nicht nach Hause, andauernd gibt es Nachbeben. Auf der Suche nach Überlebenden arbeiteten sich Rettungsmannschaften in den Städten Ercis und Van weiter durch die Trümmer vor. Fünf Menschen konnten am Dienstagmorgen lebend aus dem Schutt gerettet werden, wie die Nachrichtenagentur Dogan berichtet. Doch noch mehr wurden nur noch tot geborgen. Am schwersten betroffen ist Ercis, die Stadt mit 75.000 Einwohnern nahe der Grenze zum Iran. Hier stürzten rund 80 Gebäude in sich zusammen.

Lammert spricht türkischen Erdbebenopfern sein Beileid

Nach dem Erdbeben hat Bundestagspräsident Norbert Lammert den Betroffenen sein Mitgefühl ausgesprochen. Er habe die Nachricht mit tiefer Bestürzung aufgenommen, schrieb der CDU-Politiker seinem türkischen Amtskollegen Cemil Cicek. „Unsere besondere Anteilnahme gilt den Angehörigen der vielen Verletzten und den Hinterbliebenen der noch ungezählten Opfer“, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Schreiben.