Naturkatastrophe

Helfer bergen weitere Überlebende aus Trümmern

48 Stunden nach dem schweren Erdbeben im Osten der Türkei haben Rettungsteams weitere Überlebende geborgen, noch immer werden hunderte Menschen vermisst. Die Helfer kämpfen gegen die Zeit: Die Suche nach Überlebende könnte bereits am Dienstag eingestellt werden.

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Zwei Tage nach dem verheerenden Beben in der Türkei haben Rettungskräfte sieben weitere Verschüttete lebend geborgen. Zehntausende Menschen verbrachten unterdessen die Nacht in Zelten oder im Freien verbracht.

Video: Reuters
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Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in der Türkei haben Rettungsmannschaften sieben weitere Verschüttete lebend geborgen. „Es war wie das Jüngste Gericht“, schilderte der 18-jährige Mesut Özan Yilmaz dem Sender CNN Türk seine Eindrücke von den 32 Stunden, die er lebend unter den Trümmern eines Teehauses begraben war. Er habe sich unter einen Tisch retten können, unter dem es jedoch sehr eng gewesen sei. Wie seine mit ihm verschütteten Freunde habe er um mehr Platz zum Überleben gekämpft. „Ich habe meinen Kopf auf die Füße eines toten Mannes gelegt“, berichtete der unverletzt gebliebene Yilmaz.

Einen Tag nach dem Beben sagte der Innenminister Idris Naim Sahin aber, die am Vortag von der Istanbuler Erdbebenwarte Kandilli befürchtete Zahl von 1000 Toten werde nicht erreicht. Rettungsmannschafen setzen die Suche in der Nacht dennoch fort, der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bulent Arinc erklärte aber, die Arbeiten könnten bereits am Dienstag eingestellt werden. In der besonders schwer getroffenen Stadt Ercis verbrachten viele der Bewohner aus Angst vor weiteren Nachbeben die Nacht im Freien.

Bei dem Erdbeben der Stärke 7,2 sind mindestens 279 Menschen getötet und 1.300 weitere verletzt worden. Mehr als 2300 Rettungskräfte sind in der Provinz im Einsatz. elfer haben inzwischen die Leichen von mindestens 279 Menschen geborgen. Mehr als 2200 Gebäude sind eingestürzt. Zehntausende verbrachten die zweite Nacht in Folge in Notunterkünften.

Die türkische Hilfsorganisation Roter Halbmond will die Situation der Menschen nach dem Erdbeben im Osten der Türkei mit insgesamt mehr als 11.000 Zelten verbessern. Bisher habe die Hilfsorganisation 452 Zeltlager aufgebaut, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Montag.

Aus dem ganzen Land wurden Ärzte und Helfer in die Region gebracht, um die Verletzten zu versorgen. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan versprach in der Nacht zum Montag in der Provinzhauptstadt Van einen verstärkten Hilfseinsatz der Armee. „Wir werden keinen Bürger in der Kälte lassen.“ Am Montag protestierten nach Einbruch der Dunkelheit mehrere Familien in Ercis, weil sie keine Zelte bekommen hatten. In der Region waren am Abend noch immer Tausende Menschen ohne Zelte, sagten Augenzeugen.

Aserbaidschan, Bulgarien und der Iran schickten Hilfe in die Türkei, obwohl Ankara erklärt hat, mit der Lage selbst fertig zu werden. Die Regierung akzeptierte aber die Hilfsangebote, weil sie bereits am Vortag auf den Weg gebracht worden waren.

Auch aus Deutschland starteten am Montag Helfer. Die Hilfsorganisation Humedica schickte ein medizinisches Ersteinsatzteam los. „Für die Menschen, die jetzt noch unter den Trümmern liegen, schwinden natürlich die Überlebenschancen Stunde für Stunde“, sagte Sprecherin Ruth Bücker der Nachrichtenagentur dpa, bevor ein Charterflug mit Team und Ausrüstung in Memmingen abhob.