Privatzoo

Polizisten erschießen 49 freilaufende Raubtiere

Er öffnete die Käfige, ließ die Wildtiere frei und besiegelte damit ihre Todesurteile. Der Besitzer eines Privatzoos im US-Bundesstaat Ohio entließ vor seinem Selbstmord rund 50 exotische Tiere in die Freiheit, darunter Geparden, Wölfe und Tiger.

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In Ohio jagt die Polizei nun dutzende entwischte Raubkatzen und Grizzly-Bären und rät der Bevölkerung zu äußerster Vorsicht

Video: Reuters
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Löwen, Tiger, Geparden und andere wilde Tiere haben eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Ohio in Angst und Schrecken versetzt. Während sich die Bevölkerung von Zanesville in ihren Häusern verbarrikadierte, gelang es der Polizei bis zum Mittwochnachmittag, fast alle der von einer Farm entlaufenen Tiere zu erschießen. Der Besitzer des exotischen Privatzoos hatte die Käfige geöffnet und dann Selbstmord begangen.

Farmbesitzer Terry Thompson hielt rund 50 wilde Tiere auf seinem Grundstück, darunter Grizzlybären, Schwarzbären und verschiedene Arten von Raubkatzen. Am Dienstagabend erhielt die Polizei des Muskingham County im Osten Ohios Anrufe von panischen Bewohnern – aufgeschreckt von Wildtieren, die nicht in der Fauna des Bundesstaats beheimatet sind. Bis zum Nachmittag gelang es Polizisten und Wildhütern unterstützt von Mitarbeitern des städtischen Zoos im nahegelegenen Columbus, mit Ausnahme eines Affen und eines Wolfs alle Tiere zu töten.

Sheriff Matt Lutz verteidigte die Entscheidung der Polizei, auf die entlaufenen Raubtiere zu schießen. „Die Nacht brach herein, und wir konnten es nicht riskieren, diese Tiere in Freiheit zu lassen“, sagte er. „Wir haben es hier nicht mit normalen Haustieren wie einer Katze oder einem Hund zu tun. Es geht hier um fast 140 Kilo schwere bengalische Tiger.“ Auch Tom Stalf vom Zoo in Columbus sprach angesichts der Vielzahl an großen Raubtieren von einer „sehr gefährlichen Situation“.

Die Schulen in der Gegend blieben am Mittwoch geschlossen, die Menschen wurden angewiesen, ihre Häuser nicht zu verlassen. Entlang der Straßen stellte die Polizei Schilder auf, mit denen die Autofahrer aufgerufen wurden, wegen „exotischer Tiere“ in ihren Fahrzeugen zu bleiben.

Der Bürgermeister von Zanesville sagte dem Fernsehsender CNN, Thompson habe die Käfige geöffnet und sich dann erschossen. Der 62-Jährige war erst vor drei Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er eine einjährige Haftstrafe wegen illegalen Waffenbesitzes verbüßt hatte. Medienberichten zufolge hatte die Bundespolizei FBI bei einer Razzia auf der Farm im Juni 2008 mehr als einhundert Waffen beschlagnahmt. Thompson sei in der Vergangenheit immer wieder mit Bußgeldern belegt worden, weil er seine Tiere habe frei herumlaufen lassen. Nach Angaben von Nachbarn hatte sich kürzlich seine Frau von ihm getrennt.

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