Präsidenten-Nachwuchs

Sarkozy besucht Frau und Tochter in Klinik

Mitten in die Eurorettung ist die Geburt der Tochter von Nicolas Sarkozy und Carla Bruni geplatzt. Am Morgen eilte der französische Präsident samt Aktenstapel in die Klinik - während die Jagd auf erste Fotos des Babys beginnt.

Foto: Reuters / Reuters/REUTERS

Die Geburt seiner Tochter hat er verpasst, und den zweiten Besuch am Donnerstagmorgen musste er mit Akten unterm Arm absolvieren. Dennoch scheint das französische Glück perfekt: Präsident Nicolas Sarkozy hat am Donnerstagmorgen erneut seine Frau Carla und seine neugeborene Tochter in der Klinik besucht. Der 56-Jährige traf gegen 8.40 Uhr in der Klinik La Muette im schicken 16. Stadtbezirk von Paris ein.

Der Präsident sei „sehr glücklich“ über die Geburt des Mädchens, sagte Verteidigungsminister Gérard Longuet am Morgen im Fernsehen. Das freudige Ereignis habe einen großen Einfluss auf Sarkozy. „Ein Präsident, der sich wohl fühlt in seiner Haut“, sei „ein Geschenk für unser Land“, sagte Longuet.

Das Präsidialamt hatte zuvor mitgeteilt, dass es zur Geburt des ersten Babys eines amtierenden französischen Staatschefs keine offizielle Mitteilung geben werde. Auch Fotos von ihrem Kind werde sie nicht erlauben, hatte die 43-jährige Mutter vorab angekündigt.

Doch obwohl die Eltern offizielle Stellungnahmen und Bilder des Kindes ablehnen, hat nach Ansicht von Experten nun die Jagd aufs erste Foto begonnen. „Es wird Bilder geben“, gab sich am Donnerstag Matthias Gürtler, Chefredakteur des „Gala“-Magazins, in einem Interview des TV-Sender BFM überzeugt. Die 43-jährige Carla Bruni-Sarkozy hat sich nach einem Bericht der Zeitung „Le Parisien“ bereits für nicht genehmigte Bilder ihres Kindes die Unterstützung eines renommierten Anwalts gesichert und droht mit Klagen.

Sie fürchte weniger das Interesse der französischen, sondern der internationalen Medien. Daher habe der Anwalt ein warnendes Schreiben aufgesetzt. Bei Verstößen wolle sie die Gerichte bemühen, berichtet das Blatt unter Berufung auf das Umfeld der Präsidentengattin. Demnach habe sie sich mit ihrem Mann gemeinsam über im Internet kursierende Gerüchte zu ihrer Schwangerschaft amüsiert, in denen ihr ein Sohn vorhergesagt wurde. „Ich hoffe, es wird ein Mädchen“, habe sie daher einer Freundin anvertraut.

Dem "Première Bébé" prophezeit der französische Kommunikationswissenschaftler Christian Delporte eine wichtige Rolle im Wahlkampf seines Vaters: „Das Baby wird helfen, seine Frau Carla Bruni und auch ihn menschlicher und sympathischer zu machen“, sagte Delporte in einem Interview mit der französischen Tageszeitung „Le Figaro“. Carla Bruni sei bis jetzt nicht sehr beliebt bei den Franzosen. „Die Bilder von ihr als Mutter und Sarkozy als sorgender Vater könnten sie beide dem Volk wieder näher bringen.“ Die Präsidentschaftswahl findet im Frühjahr 2012 statt.