Fernsehen

Johannes B. Kerner gibt bei Sat.1 auf

Aus und vorbei: Nach zwei Jahren verabschiedet sich Johannes Kerner bei Sat.1. Der Moderator gibt seine TV-Sendung "Kerner" auf. Die Einschaltquoten waren wohl nicht gut genug.

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Als Johannes B. Kerner am Dienstag zusammen mit dem Geschäftsführer von Spiegel TV Infotainment Frank-Thomas Sippel seiner Redaktion mitteilte, dass er die Moderation seines Magazins bei Sat.1 Ende des Jahres aufgeben wird, wussten die meisten seiner Mitarbeiter, was das für sie bedeutet: Sie werden wohl ihren Arbeitsplatz verlieren. Das gilt auch für einen Großteil der 40 Beschäftigten von Spiegel TV Infotainment, die das Magazin für Kerner produziert.

Dabei hatte der Moderator, als er vor zweieinhalb Jahren seinen Wechsel vom ZDF zu Sat.1 bekannt gab, diesen Schritt mit seiner Sorgfaltspflicht begründet: „Mir war an einer längeren Bindung gelegen, um Sicherheit und Perspektive für die Mitarbeiter der Produktion zu gewährleisten“, sagte er. „Da konnte das ZDF nicht mit.“ Das Zweite hatte ihm einen Dreijahresvertrag angeboten. Bei Sat.1 soll er angeblich einen über fünf Jahre laufenden Kontrakt erhalten haben, der seiner Firma laut „manager magazin“ inklusive Moderationen der Spiele der Champions League und des „Großen Allgemeinwissensquiz“ gut neun Millionen Euro im Jahr beschert.

Aber beim Privatfernsehen sind langfristige Verträge an feste Quotenziele gekoppelt. Für „Kerner“ war ein „zweistelliger Marktanteil“ in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen vereinbart, „bis 9,9 bist du mit einem Bein im Grab“, erzählt er.

Um im Bild zu bleiben: Mit seinem Rücktritt als Moderator entging Kerner womöglich der eigenen Beerdigung. Denn dass er in diesem Jahr das gesteckte Quotenziel erreicht, ist eher unwahrscheinlich. Zwar hat sein Magazin 2011 in der werberelevanten Zielgruppe im Schnitt einen Marktanteil von 9,8 Prozent. Doch die Zuschauerzahlen sind rückläufig.

Sat.1 hatte viel Geduld mit Kerner gehabt, denn die Quoten seines Magazins stimmten von Anfang an nicht. Für das Scheitern des Magazins gibt es mehrere Gründe. Nicht wenige Kritiker bescheinigen ihm, es sei nur eine schlechte Kopie von „Stern TV“. Andere glauben, dass Informationssendungen bei Sat.1 prinzipiell nicht laufen.