Neue Sex-Vorwürfe

Zuhälterring soll Strauss-Kahn Huren besorgt haben

Neue Sex-Vorwürfe gegen Dominique Strauss-Kahn: Ein Zuhälterring soll ihn mit Prostituierten versorgt haben – auch nach New York. Ein Verhör kann er "kaum abwarten".

Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat Berichte über eine mögliche Verwicklung in einen weiteren Sex-Skandal scharf zurückgewiesen.

Zu einem Zeitungsbericht, wonach er im Rahmen von Ermittlungen zu einem illegalen Prostitutionsring vernommen werden könnte, erklärte der 62-Jährige, er könne eine Befragung kaum abwarten, um seinen guten Ruf wiederherzustellen. In einer Erklärung bezeichnete er die Berichte als "Unterstellungen und Schlussfolgerungen, die gewagt und erneut bösartig" seien.

Zuhälterring versorgte Kunden in Luxushotels mit Prostituierten

In dem Fall geht es um eine Callgirl-Affäre in der nordfranzösischen Stadt Lille. Nach Überzeugung der Ermittler soll ein gut vernetzter Zuhälterring regelmäßig Kunden von Luxushotels in Lille mit Callgirls aus dem nahe gelegenen Belgien versorgt haben.

Drei Hotels, darunter das Carlton, wurden geschlossen. Fünf Verdächtige wurden festgenommen, unter ihnen ein angesehener Anwalt, der Direktor des Carlton sowie sein PR-Manager. Sie müssen sich wegen Zuhälterei verantworten.

Laut einem Bericht der Wochenzeitung "Journal du Dimanche" glauben die Ermittler, der Zuhälter-Ring könnte Strauss-Kahn auch in den USA mit Callgirls aus Belgien versorgt haben, zudem soll der sozialistische Politiker möglicherweise an Sex-Partys in Paris teilgenommen haben, die von einem der Verdächtigen organisiert wurden.

Prostituierte nennt Strauss-Kahn ihren Kunden

Mit den Untersuchungen vertraute Personen zitierten eine Prostituierte, die ausgesagt hatte, Strauss-Kahn sei einer ihrer Kunden gewesen. Eine Prostituierte zu besuchen, ist in Frankreich keine Straftat.

Ein mit den Ermittlungen Vertrauter bestätigte Berichte der Wochenzeitung, dass Strauss-Kahn zu dem Fall befragt werden könne. Dies werde jedoch nicht in "naher Zukunft geschehen", da seine Rolle in der Affäre "völlig nebensächlich" sei.

Gegen Strauss-Kahn, der bis zum Frühjahr Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) war, läuft derzeit in den USA ein Zivilverfahren wegen versuchter Vergewaltigung eines Zimmermädchens. Ein Strafverfahren gegen ihn war wegen mangelnder Glaubwürdigkeit des angeblichen Opfers eingestellt worden.

Ein weiteres Strafverfahren in Frankreich wegen versuchter Vergewaltigung blieb ihm erspart. Die Pariser Staatsanwaltschaft verzichtete auf ein Ermittlungsverfahren gegen den 62-Jährigen, erkannte aber einen bereits verjährten "sexuellen Angriff" auf die Autorin Tristane Banon an.

Banons Anwalt riet der jungen Frau unterdessen von einem Zivilverfahren gegen Strauss-Kahn ab. Er habe ihr geraten darüber nachzudenken, ein neues Leben aufzubauen, wenn sie die Möglichkeit dazu habe, sagte David Koubbi dem Sender M6.

Die 32-Jährige hatte ein Zivilverfahren angekündigt, falls die Staatsanwaltschaft in Frankreich den Fall zu den Akten legen sollte.

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