Thailand

Krokodil-Alarm im Hochwasser von Bangkok

Mehrere Krokodile sind während des andauernden Hochwassers aus überschwemmten Zuchtfarmen entkommen. Sie sind auf dem Weg in besiedelte Gebiete.

Entgegen einer Entwarnung der thailändischen Regierung könnte das Hochwasser rund um Bangkok offenbar weiterhin auch auf das Zentrum der Hauptstadt übergreifen. Am Montag wurde der im Norden der Stadt gelegene frühere internationale Flughafen Don Muang von den Fluten erfasst. In der Umgebung standen zahlreiche Straßen unter Wasser. Fernsehbilder zeigten Anwohner, die mit dem Nötigsten in Koffern verpackt ihre Häuser verließen. Der Flugverkehr war zunächst jedoch nicht beeinträchtigt.

Am Vorabend hatte der Gouverneur von Bangkok die Bürger der Stadt in einem dramatischen Appell aufgefordert, sich auf weiter steigende Pegel vorzubereiten. Die Wassermassen, die bereits das Umland überschwemmt hätten, würden sich schneller als erwartet auf die Stadt zubewegen, sagte Sukhumbhand Paribatra in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Insgesamt rief er die Bewohner von sechs Stadtvierteln auf, ihre Besitztümer in Sicherheit zu bringen.

Jüngsten Berichten zufolge droht in einigen Regionen unterdessen eine weitere Gefahr: Durch die Überschwemmungen können demnach Krokodile zum Teil bis in besiedelte Gebiete vordringen. Unbestätigten Angaben zufolge sind nördlich von Bangkok mehr als hundert Tiere aus einer Krokodilfarm entkommen.

In der Povinz Nonthaburi nördlich von Bangkok ist sogar schon ein zweieinhalb Meter langes Krokodil gefangen worden. Politiker warnten die Einwohner eindringlich davor, nachts auf die Straßen zu gehen. Es seien zwei Krokodilfarmen mit 20 Tieren überschwemmt worden und mehrere der Reptilien entkommen.

Die Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra hatte zuvor erklärt, die Lage sei weitgehend unter Kontrolle und eine baldige Besserung zu erwarten. Der Gouverneur von Bangkok, der zur größten Oppositionspartei des Landes gehört, war in den vergangenen Wochen jedoch immer wieder mit eher pessimistischen Prognosen an die Öffentlichkeit getreten.

Landesweit hat das Hochwasser seit August nach offiziellen Angaben 356 Menschen das Leben gekostet und wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe verursacht.