Thailand

Hochwasser soll noch sechs Wochen anhalten

Die Lage in Bangkok bleibt kritisch: Die Zahl der Toten ist erneut gestiegen. Und die Einwohner können nicht damit rechnen, dass das Wasser bald zurückgeht.

In der thailändischen Hauptstadt Bangkok nähern sich die Wassermassen unaufhaltsam dem Stadtzentrum. Regierungschefin Yingluck Shinawatra schwor die Bevölkerung auf einen noch bis zu sechs Wochen dauernden Kampf gegen die Fluten ein. Das Hochwasser könnte in einigen Stadtvierteln einen Stand von einem Meter erreichen. Die Zahl der Toten durch die Überschwemmung, die Thailand schon seit Ende Juli heimsuchen, gab die Regierung zuletzt mit 356 an.

Im Stadtzentrum von Bangkok bereiteten sich Bewohner und Sicherheitskräfte mit Sandsäcken auf die nahende Flut vor. Die Menschen versorgten sich mit Vorräten an Trinkwasser, Kaffee und Grundnahrungsmitteln. Yingluck rief die Menschen auf, nicht in Panik zu geraten und keine Lebensmittel zu horten. Sie versicherte, Armee und Polizei würden die überschwemmten Gebiete versorgen.

Das Hochwasser hat bereits erste Stadtviertel im Norden Bangkoks erreicht. Über tausend Menschen wurden aus den Stadtteilen Don Mueang und Lak Si in Sicherheit gebracht, wo der Wasserpegel in den Straßen auf bis zu 70 Zentimeter stieg. Seit Beginn der Fluten wohnen zurzeit mehr als 113.000 Menschen in Notunterkünften, erklärte sie in ihrer wöchentlichen Radioansprache. Die Regierung werde die Hilfe für die Bedürftigen aufstocken.

Der Flughafenbetrieb läuft allerdings weiter uneingeschränkt. Die Schäden gingen in die Milliarden und geschätzte 700.000 Menschen könnten nicht zur Arbeit, teilte das Arbeitsministerium mit.

Thailand erlebt seit mehr als zwei Monaten die heftigsten Regenfälle und Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Etwa ein Drittel des Landes war durch die von überdurchschnittlichem Monsunregen verursachten Überschwemmungen betroffen. Etwa eine Million Menschen im Norden und im Zentrum des Landes verloren ihre Häuser. Ursprünglich hatte die Regierung die Hauptstadt unbedingt vor den Fluten schützen wollen.

Wegen des zunehmenden Drucks der Wassermassen aus dem Norden des Landes auf Bangkoks Dämme und Schutzmauern hatte Yingluck aber angeordnet, alle Schleusentore zu öffnen. Dadurch soll das Hochwasser schneller in Richtung Meer abfließen.