Spionage

BKA fasst mutmaßliches Agentenpaar aus Russland

Die Sicherheitsbehörden sollen ein russisches Agentenpaar festgenommen haben. Es operierte vermutlich mehr als 20 Jahre in Deutschland.

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Die deutschen Sicherheitsbehörden haben einem „Spiegel“-Bericht zufolge ein mutmaßliches russisches Agentenpaar festgenommen, das seit gut 20 Jahren aktiv gewesen sein soll. Es sei der erste derartige Fall seit der Wiedervereinigung, schreibt das Nachrichtenmagazin. Ein Zugriff erfolgte demnach in Balingen im Zollernalbkreis. Der Fall könne die deutsch-russischen Beziehungen belasten, heißt es.

Beamte des Bundeskriminalamts und der Spezialeinheit GSG 9 habe das Paar bereits in Balingen und im hessischen Marburg festgenommen. Die Eheleute stünden im Verdacht, für den russischen Auslandsgeheimdienst SWR gearbeitet zu haben. Die mutmaßlichen Spione seien aufgefallen, nachdem das FBI im vergangenen Jahr einen Agentenring des russischen Auslandsgeheimdienstes in den USA ausgehoben habe. Dabei wurde auch die inzwischen berühmte Agentin Anna Capman enttarnt, die nach ihrer Rückkehr nach Russland zum Star avanciert ist.

Die beiden Verdächtigen aus Hessen bestreiten dem Bericht zufolge die Vorwürfe. Bei der Durchsuchung hätten die Ermittler die Frau überrascht, als sie gerade vor einem Funkempfänger verschlüsselten Agentenfunk gehört habe. Bei den Verdächtigen seien österreichische Pässe sichergestellt worden. Demnach sei der Mann in Argentinien, die Frau in Peru geboren. Recherchen der deutschen Sicherheitsbehörden in Südamerika hätten allerdings ergeben, dass diese Angaben nicht stimmten.

Die Ermittler vermuten, dass die mögliche Geheimdiensttätigkeit der Eheleute noch zu Zeiten des früheren russischen Auslandsgeheimdiensts KGB begann. Der verdächtige Mann sei im Jahr 1988 nach Westdeutschland gezogen.