Verbrechen auf Südsee-Insel

DNA-Analyse – Deutscher Segler wurde zerstückelt

Was befürchtet wurde, ist nun traurige Gewissheit: Die menschlichen Überreste, die Ermittler auf der Südsee-Insel Nuku Hiva fanden, stammen von dem vermissten Deutschen.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Knapp zwei Wochen nach dem mysteriösen Verschwinden des Weltumseglers Stefan R. auf der Südsee-Insel Nuku Hiva haben die Behörden jetzt traurige Gewissheit. Die DNA-Untersuchung hat ergeben, dass die zerstückelten menschlichen Überreste, die in einer Feuerstelle entdeckt wurden, von dem vermissten Deutschen stammen.

"Der in der Feuerstelle verbrannte Leichnam ist es", erklärte der zuständige Staatsanwalt José Thorel auf der zu Frankreich gehörenden Inselgruppe Französisch-Polynesien. Auch die gefundenen Zähne belegten dies. Thorel wolle nun einen Untersuchungsrichter einsetzen, der wegen sexueller Gewalt, Entführung und Totschlags ermitteln soll.

Das Bundeskriminalamt bestätigte den Tod des deutschen Seglers. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Familie, Freunde und Nachbarn seiner Heimatgemeinde Haselau in Schleswig-Holstein trauern um den Abenteurer.

Der Unternehmensberater und seine Freundin waren vor drei Jahren zu einer Weltumseglung mit einem Katamaran gestartet. Dabei hatten sie einen Zwischenstopp auf Nuku Hiva eingelegt.

Laut seiner Freundin war der 40 Jahre alte Segler vor fast zwei Wochen auf Einladung eines einheimischen Jägers zu einer Bergtour aufgebrochen. Nach einer Weile sei dieser allein zurückgekehrt und habe der Frau berichtet, ihr Freund sei verletzt und bräuchte dringend Hilfe.

Sie sei mitgekommen, doch plötzlich habe der 31 Jahre alte Jäger sie mit einer Waffe bedroht, sexuell belästigt und schließlich an einen Baum gebunden. Sie konnte sich allein befreien und alarmierte die Behörden. Diese fanden eine frische Feuerstelle mit Fleischstücken, Knochenresten, Zähnen und Kleidung. Die Lebensgefährtin des Seglers soll nach unbestätigten Informationen noch in der Südsee sein. Von dem mutmaßlichen Täter fehlt bislang jede Spur.