19-Jähriger erstochen

Der Gewalt-Rap des Messerstechers Elias A.

Kampfhunde, Kraftausdrücke und schwarze Lederjacken – von Elias A., der am Hamburger S-Bahnhof Jungfernstieg einen 19-Jährigen erstochen hat, ist ein Gewalt verherrlichendes Rap-Video aufgetaucht. Darin posiert er mit seinen Gang-Mitgliedern auch in einer U-Bahnstation. Und droht jedem, der bloß falsch guckt.

Foto: Screenshot WELT ONLINE

Am 14. Mai 2010 erstach der 16-jährige Elias A. den 19 Jahre alten Mel D. am Hamburger Jungfernstieg. Offenbar war Elias, der Sohn eines Afghanen und einer Serbin, Mitglied einer gewalttätigen Jugendgang aus dem Hamburger Viertel Neustadt. Auch seine Brüder galten, wie er selbst, als Intensivtäter.

Auf diesem gewaltverherrlichenden Musikvideo ist Elias A. mit seiner Gang zu sehen (er steht im Hintergrund). YouTube hat den Film aus dem Netz genommen. Zuvor war er bereits mehr als 200.000 Mal angesehen worden. Man kann sich gut vorstellen, welche Revieransprüche die Jugendlichen haben, wenn sie in schwarzen T-Shirts, Lederjacken und mit Kampfhunden posieren: "

Dieses zeigt, in welchem Umfeld Elias A. zu einem brutalen Gewalttäter wurde – und wie wenig die Behörden, die ihn und seine Brüder seit Jahren betreuten, dagegen offenbar ausrichteten. Angeblich hatten sich Anwohner des Großneumarkts mehrfach bei Behörden über die Gang beschwert.

Elias A. hatte im vergangenen Jahr einem Lehrer den Unterkiefer gebrochen und einen Supermarktleiter verprügelt. Hinzu kamen viele andere Übergriffe. Wegen zweier Gewaltdelikte wartete er seit Dezember 2009 auf einen Prozess in Hamburg. Auch weil die Justiz so langsam arbeitete (und auch nach einem halben Jahr noch keine Verhandlung angesetzt war), konnte Elias A. jetzt, im Mai 2010, einen Menschen töten.

Der Fall belegt einmal mehr, dass der Satz “Die Strafe muss bei jungen Gewalttätern auf dem Fuße folgen” kaum mehr als eine Phrase für Sonntagsreden ist – bis heute. Justizsenator Till Steffen (Grünen) befand es übrigens tagelang nicht für nötig, sich zu dem Fall zu äußern.

Nach dem Vorfall am Junfernstieg soll der 16-Jährige nun ganz schnell vor den Richter. „Wir gehen davon aus, dass innerhalb von sechs Wochen Anklage erhoben wird“, kündigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Wilhelm Möllers, an.

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