Landungsbrücken

Hamburg baut Obdachlosen-Zaun wieder ab

Nahe des Hamburger Hafens haben die Behörden einen Stahlzaun errichtet, der Obdachlose von der Touristenattraktion Landungsbrücken fernhalten sollte. Dagegen gab es massive Proteste. Nach gerade einmal einer Woche ist der 18.000 Euro teure Zaun nun wieder verschwunden.

Foto: TV-Newskontor

Mit Hammer, Flex und Meißel: Der umstrittene Stahlzaun gegen Obdachlose in Hamburg-St. Pauli wird nach nur gut einer Woche wieder abgebaut. Am Freitagnachmittag standen nur noch ein paar Stahlpfosten, gegen Abend sollte nichts mehr davon zu sehen sein. Die Entscheidung sei in einem Gespräch zwischen Amtsleiter Markus Schreiber (SPD) und dem Leiter des geplanten Moderationsverfahrens, Hans-Peter Strenge, gefallen, sagte die Sprecherin des verantwortlichen Bezirksamts Hamburg-Mitte.

Das Bezirksamt hatte den 20 Meter langen und 2,80 Meter hohen Zaun nach Beschwerden errichtet, damit Obdachlose nicht mehr unter der Kersten-Miles-Brücke in der Nähe des Hafens übernachten. Gegen den Zaun hatte es massive Proteste und Demonstrationen gegeben.

„Wir freuen uns natürlich, dass der Zaun abgebaut wird“, sagte Hannah vom „Bündnis Zaun muss weg“. Das sei am Ende aber nach ihrer Einschätzung auch nur noch eine Frage der Zeit gewesen. Ob nun der öffentliche Druck zu groß wurde oder eine tatsächliche Einsicht zum Einlenken geführt habe, darüber könne nur spekuliert werden. Schreiber selbst begründete den Abbau: „Damit werden von Seiten des Bezirks die bestmöglichen Startbedingungen für den runden Tisch geschaffen.“

Von Dienstag an sollen im Moderationsverfahren alternative Lösungen entwickelt werden. Der rund 18.000 Euro teure Stahlzaun wird aber auf keinen Fall wieder aufgebaut, sondern soll an anderer Stelle wieder verwendet werden, hieß es.