Cattenom

Atombehörde entdeckt Mängel in französischem AKW

In Deutschland gilt das französische Atomkraftwerk Cattenom schon seit geraumer Zeit als Problem-Meiler – jetzt hat offenbar auch die Atomaufsicht (ASN) Mängel festgestellt: Rost, Schwächen bei der Notstromversorgung, Defizite bei der Kühlung und der Erdbebensicherheit

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Im französischen Atomkraftwerk Cattenom nahe der deutschen Grenze hat die Atomaufsicht mehrere Sicherheitsmängel entdeckt. Das hat nach Angaben der Saar-Regierung vom Mittwoch ein Inspektionsbericht der französischen Behörde ASN ergeben. Dabei handle es sich um Rost an einigen Teilen, mehrere Mängel bei der Notstromversorgung sowie kleinere Defizite bei Kühlung und Erdbebensicherheit. Die saarländische Umweltministerin Simone Peter (Grüne) zeigte sich besorgt und verlangte, dass die Mängel umgehend beseitigt werden. Der Bericht sei allerdings noch kein Ergebnis des Stresstests, der aktuellen Sicherheitsanalyse.

Nach Angaben aus dem Saar-Umweltministerium geht aus dem Inspektionsbericht vom August hervor, dass einige Teile Rost aufweisen sollen, an einem Schaltschrank soll eine Mutter fehlen. Versorgungsgebäude und Einrichtungen sollen in einem schlechten Wartungszustand sein. Außerdem ist das Personal demnach nicht genug für Erdbebensicherheit ausgebildet, und die Handlungsanleitung bei der Kühlung müsse verbessert werden. Auch fehle ein Brandschutzmelder.

"Der vorliegende 22-seitige Bericht einer vor dem Hintergrund des Stresstests erweiterten Inspektion der ASN offenbart eine Reihe von Sicherheitsdefiziten“, teilte Simone Peter mit. „Wir werden am Freitag gemeinsam mit der ASN sowie Experten aus Luxemburg, Rheinland-Pfalz und unserem Beobachter Dieter Majer diesen Bericht kritisch diskutieren und eine Mängelbeseitigung ohne schuldhafte Verzögerung einfordern.“ Sie bekräftigte die Forderung, dass Cattenom abgeschaltet werden müsse. Am 9. Dezember soll über die Ergebnisse des Belastungstests informiert werden. In Cattenom war es in den vergangenen Monaten zu mehreren Zwischenfällen gekommen.

Die rheinland-pfälzische Energieministerin Eveline Lemke (Grüne) hatte anlässlich einer Anti-Atom-Demonstration im saarländischen Perl am vergangenen Wochenende die Abschaltung des französischen Atomkraftwerks gefordert.