Zwölfjährige missbraucht

Polizei identifiziert Hamburger U-Bahn-Grapscher

In der Hamburger U-Bahn hat ein etwa 65-Jähriger eine Schülerin sexuell belästigt. Das Kind war offenbar so geschockt, dass es sich nicht wehrte oder um Hilfe rief.

Foto: Polizei Hamburg

Mitten in einer Hamburger U-Bahn hat ein Mann ein Kind missbraucht - und niemand hat etwas bemerkt. Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag, dem 9. Juni 2011, in der U2 zwischen den Haltestellen Osterstraße und Niendorfer Markt. Der Täter hatte sich gegenüber der Schülerin hingesetzt und mit ihr eine Unterhaltung auf Türkisch begonnen.

"Anschließend bot der Täter dem Mädchen den Platz neben sich an. Die 12-Jährige setzte sich daraufhin neben den Mann", sagt Hauptkommissarin Karina Sadowsky.

Plötzlich begann der Mann damit, das Kind unsittlich anzufassen. "Sie hatte einen Rucksack auf dem Schoß. So war die Tat nicht unbedingt sofort zu bemerken", so ein Beamter.

"Es sah vermutlich aus, als gehörten sie zusammen"

Das Kind war offenbar so geschockt, das es sich nicht großartig wehrte oder um Hilfe rief. "Es waren zum Zeitpunkt der Tat nicht so viele Leute in dem Abteil", so ein Polizist. "Weil sich der Täter und sein Opfer zunächst auch unterhalten hatten, dürften sie nicht die Aufmerksamkeit der Fahrgäste erregt haben. Es sah vermutlich aus, als gehörten sie zusammen."

In Niendorf stiegen der Mann und das Mädchen aus. Der Täter fuhr mit der nächsten S-Bahn zurück in Richtung Innenstadt. Das Mädchen lief erst nach Hause. Dort vertraute es sich seiner Mutter an. Die rief die Polizei.

Fast zwei Monate versuchte die Polizei, den Fall allein zu klären. Erfolglos. Dann fahndeten die Beamten mit einem Foto aus einer Überwachungskamera, das den Täter im Bahnhof Niendorf zeigt: etwa 60 bis 65 Jahre alt und korpulent, eine Halbglatze mit weißem Haarkranz , Schnauzbart und Brille.

Auf Anfrage von Morgenpost Online bestätigte die Hamburger Polizei am Mittwoch, dass der Gesuchte inzwischen identifiziert wurde, sich aber derzeit im Ausland aufhalte. Er sei zur Aussage vorgeladen worden.

Weitere Hinweise nimmt das Landeskriminalamt unter der Telefonnummer 040/4286-56789 entgegen.

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