Amoklauf von Winnenden

Vater von Tim K. legt Revision gegen Urteil ein

Revision im Winnenden-Urteil: Der Vater von Tim K. geht gegen seine Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Tötung vor.

Der Vater des Amokläufers von Winnenden geht gegen seine Verurteilung zu einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung vor.

Nach Mitteilung seines Anwalt Hans Steffan in Stuttgart, wurde gegen die Entscheidung der 18. Strafkammer Revision eingelegt. Der Grund: Das Landgericht hatte die Anklage nur wegen eines Verstoßes gegen das Waffenrecht zugelassen. Das Urteil lautet nun aber auch auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung.

Laut Steffan wird erst nach dem Eingang der schriftlichen Begründung des Urteils auch die Revision detailliert begründet. Die sei nicht vor Ablauf der nächsten zwei Monate zu erwarten.

Der 17-jährige Tim K. hatte am 11. März 2009 in seiner früheren Realschule in Winnenden und auf der Flucht nach Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen. Die Tatwaffe hatte sein Vater zuvor unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt.

Das Stuttgarter Landgericht hatte den Vater des 17-jährigen Tim K. wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung sowie wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt.

Der Mann hatte seinem Sohn Zugriff auf eine erlaubnispflichtige Schusswaffe sowie Munition ermöglicht.

Die Staatsanwaltschaft hatte das Urteil als „sehr richtig und angemessen“ bezeichnet. Die Nebenklage kann nach Angaben des Anwalts Jens Rabe gegen das Strafmaß keine Revision einlegen, nachdem das Gericht dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung gefolgt war.

Nach Angaben des Anwalts Hubert Gorka sind bisher noch keine Schadensersatzklagen gegen den Vater eingegangen. Dies wurde aufgrund des Urteils erwartet. Die Stadt Winnenden prüft eine solche Klage, auch mehrere Nebenkläger hatten dies angekündigt.