Gefährlicher Badeausflug

Haie zerfleischen zwei Schwimmer in Russland

Erstmals haben Haie im Osten Russlands Menschen lebensgefährlich verletzt. Biologen wissen auch warum, denn die Tiere sollten gar nicht in der Region vorkommen.

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Bei zwei für die Region beispiellosen Hai-Attacken sind an der südostrussischen Küste zwei junge Männer schwer verletzt worden. Ein 16-Jähriger erlitt nach Behördenangaben durch den Angriff eines Hais in der Primorje-Region schwere Verletzungen, am Vortag hatte ein Hai einem 25-Jährigen beide Unterarme abgerissen. Die Behörden verhängten ein Badeverbot und rätselten, wie es zu den Attacken kommen konnte.

Der Hai habe den 16-Jährigen am Oberschenkel und an den Arterien verletzt, sagte ein Sprecher des örtlichen Katastrophenschutzministeriums. Er sei zur Behandlung in die regionale Hauptstadt Wladiwostok gebracht worden. Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge in der Nähe der Insel Sheltuchina im Bezirk Chasan im äußersten Osten Russlands. Der Junge sei tauchen gegangen, sagte die Augenzeugin Anna Pribitko. „Er entfernte sich nur 20 bis 25 Meter von der Küste, und dort griff der Hai ihn an.“

Robben und klares Wasser lockten den Hai an

Zuvor war im Bezirk Chasan im Japanischen Meer ein 25-Jähriger angefallen worden, als er mit seiner Frau schwimmen war. Die Attacke habe sich etwa 25 Meter vor der Küste der Teljakowski-Bucht ereignet, sagte der Chefchirurg des Bezirkskrankenhauses von Chasan, Arkadi Babenko, dem russischen Fernsehen. „Er wehrte sich so gut er konnte, um seine Frau zu beschützen“, fügte der Arzt hinzu. Dabei verlor der 25-Jährige beide Unterarme, so dass er auf der Intensivstation behandelt werden musste.

Nach diesem ersten Hai-Angriff hatten die Behörden von Primorje bereits ein Badeverbot erlassen, das inzwischen ausgedehnt wurde. Allerdings konnte das örtliche Katastrophenschutzministerium offenbar zunächst selbst nicht fassen, dass ein Hai angegriffen hatte: Statt von einem Hai war zunächst von einem „Meerestier“ die Rede gewesen.

Zwar wurden in der Region mehrere Arten von Haien, unter anderen der Heringshai, gesichtet, sie greifen jedoch normalerweise keine Menschen an. In der Vergangenheit habe es keine Hai-Angriffe auf Menschen gegeben, sagte der Meeresbiologe Wladimir Rakow. Unter Berufung auf Augenzeugen der Attacke, die von einem bis zu vier Meter langen Hai sprachen, stellte Rakow die Vermutung an, dass es sich um einen Weißen Hai gehandelt habe. Möglicherweise würden die auch für Menschen gefährlichen Tiere durch das klare Wasser und die Robben in die Region gelockt, hieß es von Wissenschaftlern. Ein örtlicher Behördenvertreter sagte, es werde versucht, den Hai zu fangen.

Hai-Attacke während der Hochzeitsreise

Vergangenes Jahr war die Zahl der weltweiten Hai-Angriffe auf Menschen nach Angaben von Wissenschaftlern im US-Bundesstaat Florida im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 79 Fälle gestiegen. Das war der höchste Stand seit einem Jahrzehnt. Meeresbiologen vermuten, dass die Zunahme des weltweiten Tourismus zu dieser Entwicklung beiträgt. Auch der Klimawandel und die Überfischung der Meere könnten demnach eine Rolle spielen.

Erst kürzlich war es auch auf den Seychellen im Indischen Ozean zu einer tödlichen Hai-Attacke gekommen. Während seiner Hochzeitsreise war ein 30-jähriger Tourist aus Großbritannien getötet worden. Der Brite sei beim Tauchen vor der Insel Praslin attackiert worden, teilte die Inselpolizei mit.

Zwei Besatzungsmitglieder eines Bootes, das in der Nähe war, hätten versucht, ihm zu helfen. Der 30-Jährige sei aber seinen schweren Verletzungen erlegen, hieß es in der Mitteilung. Demnach hatte der Hai ihm einen Arm und einen Teil seines linken Beines abgerissen. Seine frisch angetraute Frau, die am Strand ein Sonnenbad nahm, musste die Tragödie hilflos mit ansehen.

Anfang des Monats war bereits ein 36-jähriger französischer Tourist im Meer vor Praslin von einem Hai getötet worden.

Mehr über Hai-Attacken und wichtige Verhaltensregeln für Taucher, Surfer und Badende beim " International Shark Attack File ".

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