Trauer

Vater von Angela Merkel gestorben

Horst Kasner, Vater von Angela Merkel, ist tot. Der Theologe verstarb im Alter von 85 Jahren. Die Bundeskanzlerin sagte alle Termine ab.

Der Vater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Horst Kasner, ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Dies bestätigte am Sonnabend ein Regierungssprecher in Berlin. Die Kanzlerin habe deswegen alle Termine abgesagt.

Merkel hätte am Nachmittag zum Abschluss des Wahlkampfs in Mecklenburg-Vorpommern auf einer CDU-Veranstaltung in Waren an der Müritz sprechen sollen. In dem Bundesland wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt.

Der in Berlin geborene evangelische Theologe war 1954 Jahren mit seiner seiner Frau Herlind und der Familie von Hamburg in die DDR gezogen, um dort als Pfarrer zu arbeiten. In der brandenburgischen Kleinstadt Templin war er seit 1957 bis zu seiner Pensionierung als Pastor tätig. Dort baute er ein Pastoralkolleg auf, eine Weiterbildungseinrichtung für Theologen in Berlin-Brandenburg. In Templin wuchs Merkel als älteste von drei Kindern in der Pfarrersfamilie auf.

Seinen Umzug nach Ostdeutschland begründete Kasner in einem Interview mit der „International Herald Tribune“ vor sechs Jahren mit den Worten: „Wir wurden dort gebraucht.“

Der Superintendent der evangelischen Kirchengemeinde „Maria Magdalenen“ in Templin, Uwe Simon, zeigte sich betroffen: „Das ist ein großer Verlust. Horst Kasner war ein sehr engagierter Mann“, sagte Simon. Kasner habe bis zuletzt noch Trauungen vorgenommen im „Kirchlein im Grünen“ in Alt Placht bei Templin. „Er war die gute Seele des dortigen Fördervereins“, sagte Simon.

Öffentlich in Erscheinung getreten sind Merkels Eltern selten, was auch daran liegen dürfte, dass die wenigsten den Namen Kasner mit der Kanzlerin in Verbindung bringen. Als Merkel 2005 und 2009 im Bundestag ins Amt gewählt wurde, konnte man ihre Eltern auf der Besuchertribüne sehen. Zu Beginn der ersten Amtszeit seiner Tochter hatte sich der Vater stolz gezeigt: „Das kommt nicht alle Tage vor“. Damals hatte Horst Kasner zum ersten Mal das Reichstagsgebäude in Berlin besucht und sich „sehr beeindruckt“ gezeigt.