Hubschrauberabsturz

Opfer des Hudson-Unglücks feierte Silberhochzeit

Bergungstrupps suchen weiter nach den Opfern des Flugunglücks über dem Hudson-River in New York. Hoffnung auf Überlebende gibt es kaum noch. Auch Silvia Rigamonti hätte im Hubschrauber sitzen sollen, doch sie bekam Flugangst. Ihr Mann flog deshalb allein. Er kam bei dem Geschenk zur Siberhochzeit ums Leben.

Das Flugzeugunglück über dem Hudson River in New York am Wochenende hat ein italienisches Ehepaar auf seiner Silberhochzeitsreise für immer getrennt. Während der 51 Jahre alte Michele Norelli und Sohn Filippo (16) mit dem Sightseeing-Hubschrauber tödlich abstürzten, war Ehefrau Silvia Rigamonti wegen ihrer Flugangst am Boden geblieben. Sie musste dem zweiten Sohn Davide (23) daheim in Bologna die schreckliche Botschaft telefonisch überbringen, berichtete die „New York Times“.

Bei dem Zusammenstoß eines Privatflugzeugs mit dem Hubschrauber waren am Samstag insgesamt neun Menschen um Leben gekommen. Bis zum Sonntag konnten sieben Opfer geborgen werden.Die Sucharbeiten gingen am Montag unter Hochdruck weiter. „Wir schauen nach allem. Bisher ist noch überhaupt nichts ausgeschlossen“, sagte Deborah Hersman von der Nationalen Flugsicherheitsbehörde. Das Unglück löste eine Debatte um die Sicherheit im Luftraum über der Millionenmetropole New York aus.

Das Ehepaar Norelli hatte den nur zwölf Minuten dauernden Hubschrauberflug entlang der Skyline von Manhattan von der Schwägerin zur Silberhochzeit geschenkt bekommen. Mit an Bord war auch die befreundete Familie Gallazi mit ihrem 15-jährigen Sohn Giacomo. Sie kamen ebenso ums Leben wie der 32 Jahre alte Pilot. An Bord des Privatfliegers starben der Besitzer Steven Altman (60), sein Bruder Daniel (49) und dessen 16 Jahre alter Sohn Douglas.

Augenzeugenberichten zufolge war die einmotorige Maschine vom Typ Piper bei einer Linkswende gegen den Helikopter gestoßen. Die rechte Tragfläche des Flugzeugs und der Propeller des Hubschraubers rissen ab. Beide Maschinen stürzten „wie ein Stein“ ins Wasser, berichteten Zeugen.

In dem Streckenabschnitt über dem Fluss dürfen Privatflugzeuge und Helikopter auf einer bestimmten Höhe ohne offizielle Kontrolle auf Sicht fliegen. Besonders bei gutem Wetter wie am Samstag ist der Verkehr extrem dicht.

„Wir waren überrascht, dass es so lang gedauert hat, bis es zu so einem Unglück kommt“, sagte der New Yorker Pilot Ben Lane (34), der noch versucht hatte, seinen Kollegen im Unglückshubschrauber über Funk zu warnen. Der Wahlkreismanager des Kongressabgeordneten Jarrold Nadler erklärte laut „New York Times“, über dem Hudson herrsche Wilder Westen. „Niemand weiß, wo diese Piloten sind, niemand hat einen Flugplan, es ist total überfüllt“, sagte Robert Gottheim.

Die Flugsicherheitsbehörde sagte zu, die Ermittlungen auch zu einer Überprüfung der Luftraumregeln zu nutzen. In den vergangenen Jahren wurden den Angaben zufolge acht Unfälle registriert, die jedoch keine Todesopfer forderten. Über dem East River auf der anderen Seite Manhattans war der Verkehr bereits eingeschränkt worden, nachdem im Oktober 2006 ein Hobbypilot und sein Fluglehrer mit einem Sportflieger in ein Hochhaus krachten.

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos

Beschreibung anzeigen