Überschwemmungen

Über hundert Menschen sterben bei Flut in Nigeria

Bei starken Überschwemmungen in Nigeria sind seit dem vergangenen Wochenende mindestens 102 Menschen ums Leben gekommen. Bei den meisten Opfern handele es sich um Kinder. Mehr als 2000 Menschen verloren ihre Häuser und sind obdachlos.

Foto: dpa / dpa/DPA

Bei schweren Überschwemmungen in Nigeria sind in den vergangenen Tagen mindestens 102 Menschen ums Leben gekommen. Nach tagelangem Regen brach in Eleyele unweit der Universitätsstadt Ibadan im Südwesten des Landes ein Damm, wie ein Vertreter des nigerianischen Roten Kreuzes am Mittwoch sagte. Die Wassermassen hätten zahlreiche Häuser überflutet. Viele Menschen seien unter den Trümmern zusammenstürzender Gebäude begraben worden, hieß es weiter. Mit Müll verstopfte Abwasserkanäle verschärften die Situation.

In der Umgebung von Ibadan rund 140 Kilometer nördlich der Wirtschaftsmetropole Lagos habe es am Wochenende sieben Stunden lang ununterbrochen geregnet, berichtete der Rotkreuz-Vertreter. Daraufhin brach der Damm, mehrere Brücken wurden zerstört. Die Fluten rissen demnach zahlreiche Häuser mit, für deren Bewohner kam jede Rettung zu spät. Andere hätten noch versucht, sich an Bäumen festzuhalten. Bis Mittwochabend seien 102 Todesopfer geborgen worden. Bei den meisten Opfern handele es sich um Kinder.

Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde konnte das Wasser nicht abfließen, da die Abwasserkanäle durch Müll verstopft waren. Insgesamt sieben von Idabans acht Bezirken seien betroffen. Zahllose Menschen seien obdachlos. Dutzende Familien hätten in einer Schule Zuflucht gefunden, andere seien bei Verwandten und Freunden untergekommen.

In der Regenzeit von April bis September wird in Nigeria regelmäßig von Überschwemmungen heimgesucht. Im Vergleich zu den Vorjahren ist der Regen nach Angaben der Behörden in diesem Jahr aber besonders heftig. In den überfüllten Armenvierteln der Großstädte verschärft die meist unzulängliche Kanalisation das Problem zusätzlich. In Lagos starben im Juli 20 Menschen bei Überschwemmungen, im Juli kamen in Kano, der größten Stadt im Norden des Landes, 24 Einwohner nach ungewöhnlich heftigen Regenstürmen ums Leben.