Wirbelsturm

Nach New York fegt Hurrikan "Irene" über Kanada

Hurrikan "Irene" verliert an Kraft, New York ist glimpflich davon gekommen. Die Flughäfen öffnen wieder und auch an der Börse kehrt langsam der Alltag ein. Während die Aufräumarbeiten in der US-Metropole auf Hochtouren laufen, erreicht der Wirbelsturm Kanada, wo rund 200.000 Haushalte ohne Strom waren.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA hat den Tropensturm „Irene“ am späten Sonntagabend (Ortszeit) weiter herabgestuft. Nach Expertenangaben bewegte sich der Sturm, durch den an der US-Ostküste mindestens 18 Menschen starben, nur noch mit Windgeschwindigkeiten von 85 Kilometern pro Stunde. Mit heftigem Wind und Regenfällen erreichte er mittlerweile Kanada, wo rund 200.000 Haushalte ohne Strom waren.

Beim Durchzug durch den Nordosten der USA hatte der Zyklon zuvor Strommasten umgerissen, Bäume entwurzelt, Straßen überflutet, hunderttausende Menschen zum Verlassen ihrer Häuser gezwungen und Millionen ohne Strom gelassen. New York, die größte Stadt des Landes, kam glimpflicher davon als zuvor befürchtet worden war. Es gab dort keine Opfer, allerdings kam es auch hier zu Überschwemmungen und Stromausfällen.

Flughäfen wieder geöffnet

Die drei großen New Yorker Flughäfen sollten am Montagmorgen wieder geöffnet werden, wie die US-Luftfahrtbehörde FAA mitteilte. Demnach sollten der John F. Kennedy International Airport in New York und der Newark Airport in New Jersey um jeweils 06.00 Uhr Ortszeit (12. 00 MESZ) ihren Betrieb aufnehmen, der LaGuardia-Flughafen um 07.00 Ortszeit (13.00 MESZ).

Die Flughäfen waren angesichts des herannahenden Hurrikans „Irene“ am Samstag geschlossen worden. Insgesamt wurden im Osten der USA 10. 000 Flüge gestrichen, darunter auch zahlreiche Transatlantikflüge. Später stuften die Wetterbehörden „Irene“ vom Hurrikan zum Tropensturm herab.

Auch die New Yorker Börse kündigte an, dass sie am Montag normal öffnen werde. Bürgermeister Michael Bloomberg erklärte, dass das „Schlimmste vorbei“ sei und die 350.000 Menschen, denen eine Evakuierungsbefehl erteilt worden war, in ihre Häuser zurückkehren könnten. Der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, sagte, in einigen Gebieten seien Straßen und Schienen unpassierbar.

Jetzt kommt Tropensturm José

Das Hurrikan-Zentrum in Miami warnte derweil vor reißenden Flüssen im Nordosten. Zugleich warnte es vor dem neuen Tropensturm José, der sich auf die Bahamas zubewegte. Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama in einer Ansprache im Rosengarten des Weißen Hauses gesagt, der durch „Irene“ verursachte Notstand an der US-Ostküste halte weiter an. Die Aufräumarbeiten würden „Wochen oder länger dauern“. Obama hatte seinen Urlaub unterbrochen und überwachte nach Angaben des Weißen Hauses persönlich die Vorkehrungen seiner Regierung gegen den Hurrikan.

Der Hurrikan, der einen enormen Durchmesser von rund 840 Kilometern hat, war am Samstag in Cape Lookout in North Carolina mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern erstmals auf Festland getroffen. Danach zog er sich vorübergehend aufs Meer zurück. Am Sonntagmorgen traf „Irene“ mit Spitzen von bis zu 130 Stundenkilometern in Atlantic City im Bundesstaat New Jersey ein zweites Mal auf Land und zog dann Richtung Norden weiter.

Allein im Bundesstaat North Carolina starben nach Behördenangaben sechs Menschen, weitere Todesopfer wurden aus Virginia, Connecticut, Florida, Maryland und New Jersey gemeldet. Das jüngste Opfer war ein elfjähriger Junge, der in Newport News in Virginia durch einen auf das Haus seiner Familie stürzenden Baum erschlagen wurde.

Fachleute befürchten, das „Irene“ in den USA Schäden in Höhe von fünf bis zehn Milliarden Dollar (3,6 bis 7,3 Milliarden Euro) anrichtet.

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