Minutenprotokoll

Millionen Amerikaner sind ohne Strom

Der Monstersturm "Irene" hat die US-Ostküste erreicht und bereits Todesopfer gefordert. Lesen Sie hier, wie der Tag verlief.

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Der Wirbelsturm hat den Bundesstaat North Carolina erreicht. Am Sonntag soll er Kurs auf Maryland, New Jersey und New York nehmen. Dort appellierte Bürgermeister Bloomberg an die Bewohner, die Evakuierungsgebiete sofort zu verlassen.

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01.57 Uhr: "Irene" fordert fünf Todesopfer

Bei dem Hurrikan sind an der Ostküste der USA bislang fünf Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. "Irene" bringt Wellen von zwei Meter Höhe; Meteorologen warnen vor Sturmfluten unter anderem in Virginia und Delaware.

01.34 Uhr: US-Katastrophenschutz informiert live via Twitter

Über Twitter informieren der nationale Katastrophenschutz und zahlreiche Behörden in den betroffenen Regionen ihre Bürger über Entwicklungen und und richtige Verhaltenweisen. Morgenpost Online hat auf Twitter eine Liste mit einer Auswahl solcher Nutzerkonten zusammengestellt. Damit können Sie sich via Twitter einen Überblick verschaffen: http://twitter.com/#!/Morgenpost Online/irene

01.11 Uhr: Zerstörte Häuser und herausgerissene Straßenschilder

"Irene" prallt auf die US-Ostküste. Erste Fernsehbilder zeigen teils schwer zerstörte Häuser und aus der Verankerung gerissene Schilder.

23.31 Uhr: Orte verwandeln sich in Geisterstädte

In New Jersey verließen nach Angaben von Gouverneur Chris Christie mehr als eine Million Menschen die Küstengebiete. Die Kleinstadt Cap May, die direkt in der Schneise des Hurrikans liegen soll, verwandelte sich in eine Geisterstadt.

22.45 Uhr: Letzte Aufforderungen in New York

Das Büro des Bürgermeisters von New York fordert die Menschen über Twitter auf, Zonen, für die Bürgermeister Bloomberg die Evakuierung angeordnet hatte, sofort zu verlassen.

22.36 Uhr: Nachrichtenagentur berichtet von vier Todesopfern in den USA

Die Nachrichtenagentur dpa berichet von vier Todesopfern in den USA. Allein in North Carolina starben drei Menschen, zudem ein Kind in Virginia. Der Elfjährige wurde erschlagen, als in der Werftstadt Newport News ein Baum durch das Dach der Wohnung schlug.

22.14 Uhr Uhr: Regen in New York

In der Millionenmetropole New York kündigt sich "Irene" mit Regen an. Die New Yorker Flughäfen haben geschlossen und auch der U-Bahn-Service wurde eingestellt.

22.17 Uhr: Eine Million Haushalte ohne Strom

Bis zum Nachmittag (Ortszeit) waren in den zunächst besonders betroffenen Staaten North Carolina und Virginia eine Million Haushalte ohne Strom, wie der US-Sender CNN berichtet.

20.25 Uhr: "Das werden lange 72 Stunden"

Obama zeigt sich bei einem Besuch in der Zentrale der Katastrophenschutzbehörde FEMA zufrieden mit den bisherigen Hurrikan-Einsatz gezeigt. „Ihr macht einen prima Job“, lobte Obama, der zuvor wegen des Sturms „Irene“ seinen Sommerurlaub um einen Tag verkürzt hatte. Zugleich wies er auf die Aufgaben hin, die noch vor Helfern und Einsatzkräften liegen. „Das werden lange 72 Stunden“, betonte der Präsident.

19.05 Uhr: Offenbar drei Todesopfer durch "Irene" in den USA

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von mittlerweile drei Todesopfern durch "Irene" in den USA. Ein Mann wurde in North Carolina von einem Ast erschlagen, wie die Behörden in Nash County mitteilten. Im Staat Virginia wurden durch umstürzende Bäume ein elfjähriger Junge und der Insasse eines Autos getötet.

18.57 Uhr: Obama bringt sich auf den neuesten Stand

US-Präsident Obama lässt sich in einer Telefonkonferenz von Experten über die Intensität von "Irene" informieren und den berechneten Verlauf des Hurrikans. Tag und Nacht möchte der Präsident, wenn es notwendig ist, auf den neuesten Stand gebracht werden.

18.19 Uhr: Tausende suchen Zuflucht in Notunterkünften

Nach Angaben des Roten Kreuzes haben bislang alleine in deren Notunterkünften 13.000 Menschen Zuflucht gesucht, wie eine Sprecherin sagt. In zwölf Bundesstaaten seien 150 Unterkünfte eingerichtet worden. Von der Heilsarmee hieß es, sie könne im Bedarfsfall 150 Notküchen zur Versorgung der Bevölkerung einrichten.

17.49 Uhr: "Irene“ fordert erstes Todesopfer

Hurrikan „Irene“ hat das erstes Todesopfer gefordert. Ein Mann ist außerhalb seines Hauses in einem ländlichen Gebiet von einem Ast erschlagen worden, sagt der Direktor des Katastrophenschutzes in Nash County, Brian Brantley. Sanitäter hätten nur noch den Tod des Mannes feststellen können.

16.50 Uhr: New Yorker fahren umsonst mit der U-Bahn

An vielen U-Bahnstationen bietet New York vor der geplanten Einstellung des Betriebs "Free Entry“ (freien Eintritt), damit alle Betroffenen in sichere Gebiete gelangen können.“

16.25 Uhr: Bloomberg fordert raschere Evakuierung

Angesichts der nahenden „Irene“ hat Bürgermeister Bloomberg die Bewohner der gefährdeten Stadtteile zur rascheren Evakuierung aufgefordert. Bloomberg sagt auf einer Pressekonferenz, die Betroffenen müssten sofort gehen, weil die öffentlichen Verkehrsmittel am Mittag (Ortszeit; 18.00 Uhr MESZ) ihren Betrieb einstellen wollten. Auch Brücken könnten geschlossen werden.

Die Stadt habe nicht die Mittel, im Notfall alle zu evakuieren, so Bloomberg. Die Stadt öffnet fast 100 Notunterkünfte mit Kapazitäten für 71.000 Menschen. Die Behörden hofften, die meisten Betroffenen könnten bei Angehörigen und Freunden unterkommen.

16.00 Uhr: North Carolinas Schicksal droht auch New York

New York ist wegen seiner veralteten Infrastruktur bei Unwettern besonders verwundbar. Extrem anfällig sind die vielen Kilometer Kabel und Rohre, die als oberirdische Versorgungssysteme Wasser oder Strom liefern. Stürzt etwa ein Baum um und beschädigt die Stromleitung, gehen gleich im ganzen Viertel die Lichter aus.

Weil dies bei fast jedem Sturm passiert, raten Elektrizitätswerke den Bürgern deshalb zum Kauf von Generatoren. Als 2003 der Orkan „Isabel“ die Ostküste der USA heimsuchte, waren vier Millionen Haushalte und Firmen ohne Energie - zum Teil tagelang.

Bei starken Regenfällen kann es zudem vorkommen, dass defekte Stromleitungen eine ganze Straßenecke unter Starkstrom setzen. Wo Stromleitungen unterirdisch verlaufen, sind sie oft in einem Schacht mit Dampfleitungen verlegt, was wiederum eine Ursache für Brände ist. Das Netzwerk der Dampfleitungen wurde ab dem Jahr 1882 aufgebaut.

15.19 Uhr: Mindestens 100.000 Menschen in North Carolina ohne Strom, ein Toter

In North Carolina müssen hunderttausende Menschen vorerst ohne Strom auskommen. Der Sturm hat "schlimme Schäden“ an Stromleitungen und an der Wasserversorgung angerichtet, sagt Gouverneurin Perdue. Bislang sei ihr ein Todesfall durch den Wirbelsturm bekannt. Ihren Angaben zufolge ist der gesamte Osten des Bundestaates von dem Sturm betroffen.

15.03 Uhr: Hurrikan-Jäger filmen "Irene"

North Carolina bekommt die Auswüchse von "Irene" langsam zu spüren. Laut Augenzeugenberichten kommt es immer wieder zu kurzen Stromausfällen. Einige Meteorologen wagen sich trotz allem vor die Tür und filmen die Auswirkungen des Hurrikan in ihrer Gegend.

13.59 Uhr: "Irene" wütet bei Cape Lookout

Das Auge des Wirbelsturms erreicht nahe Cape Lookout im Bundesstaat North Carolina die Küste, wie das US-Hurrikanzentrum in Miami meldet.

13.11 Uhr: Größte Gefahr geht von möglichen Überflutungen aus

In North Carolina warnen Experten vor einer Flutwelle. Das Hurrikanzentrum in Miami stufte "Irene“ zwar von Kategorie 2 auf 1 herunter, aber der Chef des Zentrums, Bill Read, fürchtet Schlimmes. Es sei eine Flutwelle zu befürchten, die in Küstengegenden Strände wegschwemmen und Häuser, Geschäfte sowie andere Infrastrukturen beschädigen könne, warnte der Direktor. "Außerdem wird es große, zerstörerische und lebensgefährliche Wellen geben.“

12.57 Uhr: Der Hurrikan erreicht das Festland

„Irene“ langt an der amerikanischen Ostküste an. Der Wirbelsturm trifft im Staat North Carolina auf Land. In der Nähe von Jacksonville wurden Windböen mit einer Spitzengeschwindigkeit von 151 Kilometer pro Stunde gemessen.

12.45 Uhr: New York Times öffnet Internet-Seite für alle Leser

Die "New York Times" hat für die Zeit während des Hurrikans “Irene” den gebührenpflichtigen Zugang zu ihrer News-Seite für alle Leser wieder geöffnet. Auch die Apps sind frei zugänglich. Normalerweise muss man ein Internet-Abo abschließen, um alle Artikel der Seite nutzen zu können.

Auf der Seite ist zu lesen: Liebe Leser, während dieser Ausnahmesituation gibt die New York Times freien, unlimitierten Zugang zur Berichterstattung über „Irene“ auf der Seite nytimes.com und den mobilen Apps.

11.38 Uhr: Auswirkungen auf die US Open

In Flushing Meadows werden am Sonntag die Tore wegen „Irene“ geschlossen. Die Organisatoren des Grand-Slam-Tennisturniers hoffen allerdings, dass die US Open am Montag wie geplant beginnen können. Der für Samstag geplante traditionelle Arthur Ashe Kid’s Day, bei dem Kinder freien Eintritt haben und die Tennisstars hautnah erleben können, ist dagegen abgesagt.

11.31 Uhr: "Irene" ist nur noch rund 50 Kilometer entfernt vom Festland

Gegen 11.00 Uhr MESZ befindet sich „Irene“ nur noch rund 55 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaates North Carolina. Der wegen seiner riesigen Ausmaße in US-Medien als „Mammut-Hurrikan“ bezeichnete Sturm sei extrem gefährlich, betonen Experten. Fernsehbilder aus North Carolina zeigten ein aufgepeitschtes Meer unter bleigrauem Himmel. Die Windspitzen des Sturms liegen bei 150 Kilometer pro Stunde.

Beverly Perdue, Gouverneurin von North Carolina, sagt in ihrer Last-Minute-Ansprache: "Ich beschwöre jeden Bürger entlang der Küste, sich in Sicherheit zu bringen. Häuser können wir wieder aufbauen, Familien und Freunde können nicht einfach so wieder geholt werden."

10.50 Uhr: Sabbat-Vorschriften gelockert

Angesichts des Hurrikans lockern Religionsführer die Vorschriften für ihre Gläubigen. Rabbiner Kenneth Brander von der New Yorker Yeshiva University empfahl Juden laut „Huffington Post“, während des Sabbats ein Radio oder einen Fernseher eingeschaltet zu lassen, um sich über die Entwicklung des Sturms zu informieren.

New Yorks katholischer Erzbischof Timothy Dolan wies seine Gläubigen an, zu Hause zu bleiben, wenn ein Gottesdienstbesuch am Sonntag zu gefährlich würde. „Katholiken nehmen die Sonntagsmesse sehr ernst“, sagte der Erzbischof. „Aber die Kirche verlangt nie, dafür die Gesundheit oder die Sicherheit aufs Spiel zu setzen.“

Rabbiner Brander sagte, auch das Regulieren der Lautstärke am Fernseher oder Radio sei erlaubt, obwohl frommen Juden normalerweise das Bedienen elektrischer Geräte am Sabbat untersagt ist. Ebenso erklärte er das Transportieren von Gegenständen am jüdischen Ruhetag für zulässig, wenn Leben in Gefahr sei oder eine medizinische Notwendigkeit bestehe. Für den Fall eines Stromausfalls sollten jüdische Gläubige schon vor Sabbatbeginn Kerzen mit langer Brenndauer entzünden oder Taschenlampen anschalten. Gegebenenfalls sollten sie Nichtjuden bitten, Kerzen oder Batterien zu ersetzen. Brander hatte laut „Huffington Post“ bereits früher Richtlinien für das Verhalten bei Naturkatastrophen am Sabbat verfasst, als er noch Rabbiner im sturmgewohnten Florida war.

9:39 Uhr: Alle Broadway-Vorstellungen sind abgesagt

Wegen "Irene“ werden am Wochenende keine Broadway-Vorstellungen stattfinden. Alle 23 Musicals und Stücke seien gestrichen worden, sagte der Verband der Besitzer, Manager und Produzenten von Theatern, Broadway League. Es ist das erste Mal seit einem Stromausfall 2003, dass der Broadway Vorstellungen absagt. Der Verband verwies darauf, dass der Nahverkehr am Wochenende stillgelegt sei.

5.39 Uhr: Bürgermeister Bloomberg warnt New Yorker erneut eindringlich

Hunderttausende New Yorker werden erneut aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Bürgermeister Bloomberg warnt: "Wir haben einfach nicht genug Personal, um von Tür zu Tür zu gehen und die Leute aus ihren Wohnungen zu ziehen“, sagt er. „Niemand wird eine Strafe zahlen müssen. Niemand wird ins Gefängnis gehen. Aber wenn Sie sie nicht daran halten, werden möglicherweise Menschen sterben.“

5.20 Uhr: Deutsche Flugsicherung untersagt Flüge nach New York

Die fünf größten Flughäfen im Großraum New York sollen ab Samstagmittag für ankommende Passagierflugzeuge geschlossen werden. Von der Regelung betroffen, die für Inlandsflüge als auch internationale Flüge gilt, ist auch der JFK-Flughafen. Der Betreiber der Flughäfen, die Hafenbehörde von New York und New Jersey, erklärte, die Maßnahme werde getroffen, um ein Chaos zu vermeiden.

Die Lufthansa streicht für Samstag alle Flüge ab Frankfurt am Main, München und Düsseldorf zu den New Yorker Flughäfen JFK und Newark, wie ein Sprecher sagte. Sieben Abflüge aus Deutschland wurden annulliert, insgesamt sind wegen nicht stattfindender Rückflüge 14 Verbindungen betroffen. Es sei geplant, am Samstag weiterhin nach Boston und Philadelphia zu fliegen, sagte der Sprecher weiter.

Für Sonntag würden Flüge in diese beiden Städte sowie nach New York gestrichen. Am Sonntag sollen elf Abflüge annulliert werden. Insgesamt sind 22 Flüge betroffen. Weiter angeflogen werden soll Washington. Ab 18.00 Uhr hat die Deutsche Flugsicherung alle Flüge von deutschen Flughäfen nach New York untersagt.

5.00 Uhr: Bürgermeister Bloomberg spricht von Kampf "um Leben oder Tod"

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sagt in einer TV-Ansprache, es sei das erste Mal, dass die Stadt zu derartigen Zwangsevakuierungen wegen eines Sturmes greift. Doch gehe es „um Leben oder Tod“.

Alle 370.000 betroffenen Menschen müssen demnach am Samstag vor 17.00 Uhr (23.00 Uhr MESZ) ihre Häuser verlassen haben. Bloomberg kündigte zudem an, dass alle U-Bahnen und Busse ab 12.00 Uhr ihren Betrieb einstellen werden. Auch die Flughäfen sollten am Samstag um 12.00 Uhr (Ortszeit) schließen. Er empfahl allen New Yorkern, ab Samstagabend 24 Stunden lang zu Hause zu bleiben.

4.30 Uhr: "Irene" wird herabgestuft

Das Nationale Hurrikanzentrum der USA erklärt, "Irene“ habe sich am Morgen auf einen Sturm der Kategorie eins abgeschwächt. Der Hurrikan erreiche jetzt noch Windgeschwindigkeiten bis zu 150 Kilometern pro Stunde. Auch in diesem Fall sei jedoch mit großen Schäden zu rechnen. Zuvor war „Irene“ ein Hurrikan der Kategorie zwei mit Windgeschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometern.

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