Vater und Sohn töten Dealer

Lebenslängliche Haftstrafen für Mord ohne Leichen

Vater und Sohn betreiben in ihrem Forsthaus eine Marihuana-Plantage. Zwei ihrer Dealer wollen sie erpressen und müssen sterben. Die Leichen fehlen bis heute.

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Nach 70 Verhandlungstagen und 19-monatiger Verfahrensdauer schickt das Limburger Landgericht einen Vater und seinen Sohn wegen gemeinschaftlichen Doppelmords lebenslänglich ins Gefängnis. In seiner Urteilsbegründung ließ das Gericht keinen Zweifel daran, dass Harald V. und sein Sohn Alexander im Februar 2009 zwei Drogendealer erschossen und die Leichen verbrannten.

Überreste der Opfer wurden nie gefunden. Der 62-jährige Harald V. hatte sich im Prozess zu einem zweifachen Totschlag bekannt, sein 26-jähriger Sohn stritt die Tat ab.

Die Morde geschahen im Drogenmilieu, die Opfer – zwei Halbbrüder im Alter von 26 und 32 Jahren – bezogen vor ihrem Tod über 100 Kilogramm Cannabis von den beiden Männern aus Bischoffen. Vater und Sohn hatten in einem von ihnen bewohnten Forsthaus eine professionell ausgestattete Plantage für Marihuana installiert.

Ihre Mitwisserschaft sollen die Brüder genutzt haben, um von ihren späteren Mördern 50.000 Euro und eine Gewinnbeteiligung zu erpressen. Harald und Alexander V., davon ist das Gericht überzeugt, erschossen daraufhin im Forsthaus die beiden Drogenkäufer, verbrannten die Leichen und beseitigten die Überreste.

Widersprüchliche Aussagen verzögern Prozess

Mit widersprüchlichen Einlassungen zwangen die Angeklagten das Gericht immer wieder neu in die Beweisaufnahme. Im Januar hatte die Staatsanwaltschaft schon einmal plädiert. Der 62-Jährige gestand am Ende, die zwei Brüder im Streit erschossen zu haben. Der Sohn räumte lediglich ein, bei der Beseitigung der Leichen geholfen zu haben.

Das Gericht befand nun in beiden Fällen auf Mord, ohne Vater und Sohn einzelne Tötungshandlungen zuzuordnen. Die Männer wurden zusätzlich wegen Drogendelikten sowie unerlaubten Besitzes langläufiger Waffen verurteilt.

Verteidiger forderte Freispruch für Alexander

Die Verteidiger des 26-jährigen Alexander V. wollten für ihren Mandanten einen Freispruch vom Mordvorwurf. Für seinen Vater forderten die Anwälte eine begrenzte Haftstrafe wegen Totschlags. Die Staatsanwaltschaft hatte für beide auch beantragt, die besondere Schwere der Schuld festzustellen.

Damit wäre für Vater und Sohn eine vorzeitige Entlassung nach frühestens 15 Jahren ausgeschlossen gewesen. Das Gericht kam dieser Forderung nicht nach.