Not-Einsätze in Madrid

Verletzte durch Hitze und Unwetter bei Papstbesuch

1585 Sanitäter-Einsätze, 52 Notfälle, Schwerverletzte: Heftige Hitze und schwere Unwetter wüteten während des Massengebets mit Papst Benedikt XVI. in Madrid.

Heftige Hitze und ein nachfolgendes Gewitter mit Sturmböen haben bei einem Massengebet mit Papst Benedikt XVI. in Madrid den Rettungsdienst beschäftigt: Nach einer ersten Bilanz mussten die Sanitäter 1585 Mal tätig werden, 52 Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Zwei Fälle seien als schwer einzustufen, gab der staatliche Rettungsdienst Samur bekannt. Details gingen aus der Mitteilung nicht hervor.

Zum Abschluss des katholischen Weltjugendtages hatten sich am Samstag weit über eine Million Menschen auf dem Flughafengelände „Cuatro Vientos“ bei Madrid versammelt. Zahlreiche Jugendliche benötigten nach stundenlangem Warten in der prallen Sonne bei Temperaturen bis 38 Grad medizinische Hilfe.

Bis Samstagabend um 19.30 Uhr registrierte der Rettungsdienst 880 Einsätze, zumeist wegen Kreislaufproblemen, akuten Wassermangels und Übelkeit infolge der Hitze. Später ging ein Gewitter über dem Gelände nieder. Dabei wurden nach spanischen Medienberichten sieben Menschen durch umstürzende Zelte verletzt.

Wie die Rettungsdienste mitteilten, war bei einer Gebetswache unter freiem Himmel ein Lichtmast infolge eines plötzlich aufgekommenen Sturms umgestürzt.

Der Mast habe zwar keine Teilnehmer der Zeremonie getroffen, aber mehrere Zelte zum Einsturz gebracht. Dabei erlitten sieben Gläubige Knochenbrüche und Prellungen. Der Zwischenfall ereignete sich bei einer Gebetswache auf dem Flughafengelände Cuatro Vientos vor den Toren der spanischen Hauptstadt. Papst Benedikt XVI. hatte wegen des Unwetters eine Ansprache unterbrechen müssen.

Die Zeremonie konnte aber nach etwa 20 Minuten fortgesetzt werden.

„Danke für das Ausharren, wir sind stärker als der Regen“, sagte Benedikt, der auf die geplante Ansprache verzichtete.

Während der Wache konnten fünf junge Männer und Frauen dem 84-jährigen Papst Fragen stellen. Am Morgen hatte Benedikt bekräftigt, wie wichtig ihm unverheiratete Priester in der katholischen Kirche sind. Gott zu dienen, inspiriere zu der Entscheidung, den Zölibat (Ehelosigkeit) zu leben, sagte er vor Tausenden jungen Seminaristen in einer Messe.

Es gehe auch um „die Abkehr von den irdischen Gütern, die Anspruchslosigkeit und den aufrichtigen, ungeheuchelten Gehorsam“. Katholische Reformkräfte fordern von Rom schon lange, den Zölibat für Priester zu lockern. „Macht euch von allen menschlichen Wünschen frei“, mahnte der Papst dagegen in der Almudena-Kathedrale die Seminaristen.