Bistum Hildesheim

Niedersächsischer Priester gesteht Kindesmissbrauch

Ein katholischer Geistlicher hat nach seiner Festnahme in Salzgitter gestanden, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Eines seiner Opfer hatte Anzeige gegen ihn erstattet.

Das Missbrauchsgeständnis eines katholischen Geistlichen erschüttert das Bistum Hildesheim in Niedersachsen. Ein Priester habe nach seiner Festnahme in Salzgitter gegenüber Ermittlungsbeamten gestanden, Kinder sexuell missbraucht zu haben, teilte die Polizei in Braunschweig mit. Der Mann sei unter dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft genommen worden.

Den Angaben zufolge hatte ein Opfer Ende Juni Anzeige bei der Kriminalpolizei gegen den Geistlichen erstattet. Ermittler hätten daraufhin dessen Wohnung durchsucht und den Beschuldigten vorläufig festgenommen. Die Beamten hätten Datenträger und Schriftenmaterial sichergestellt, die noch ausgewertet werden müssten. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig kündigte für Montag weitere Informationen zu dem Fall an.

Das Bistum Hildesheim kündigte in einer ersten Stellungnahme an, sich „aktiv an der Aufklärung der Vorwürfe beteiligen“. Bereits vor einem Jahr seien dem Bistum Vorwürfe gegen den nun verhafteten Priester bekannt geworden, hieß es in einer Erklärung. Dabei sei es um das „angeblich distanzlose Verhalten“ des Geistlichen „gegenüber einer Person“ gegangen.

Das Bistum habe daraufhin die Staatsanwaltschaft gebeten, den Verdacht von etwaigem Missbrauch zu prüfen. Allerdings habe die Staatsanwaltschaft damals auf Grundlage der vorliegenden Fakten keinen Anhaltspunkt für einen Anfangsverdacht gesehen, erklärte das Bistum. Dem Bistum Hildesheim lagen nach eigenen Angaben zunächst noch keine Informationen zu den Vorwürfen vor, die nun zur Festnahme des Mannes führten.