Norwegen

Polizei führt Breivik an Leine über die Insel Utoya

Die norwegische Polizei hat den inhaftierten Attentäter Anders Behring Breivik zur Rekonstruktion des genauen Tathergangs auf die Insel Utoya zurückgebracht.

Rückkehr in Handschellen: Der Attentäter von Norwegen, Anders Behring Breivik, ist für eine Polizeiermittlung am Wochenende auf die Ferieninsel Utoya gebracht worden, wo er im Juli 69 Menschen ermordet hatte.

Wie die Polizei berichtete, verbrachte Breivik am Vortag insgesamt acht Stunden auf der Insel. Er habe dabei Hand- und Fussfesseln getragen und sei zusätzlich an einer Leine gewesen.

Ziel der Aktion war die kriminalistische Rekonstruktion des Verbrechens. Breviks Anwalt Geir Lippestad sagte der Zeitung „VG“, sein Mandant habe sich an viele Ereignisse erinnern können. Zwei Polizisten filmten die Rekonstruktion. Die Videos werden wahrscheinlich im Prozess verwendet.

Während der Polizeiaktion war die Insel hermetisch abgeriegelt. Sechs Polizeiboote sperrten die Insel ab, ein Hubschrauber flog über den Tatort.

Auf Utoya hatte der 32-Jährige am 22. Juli 69 Menschen erschossen, nachdem zuvor bereits acht Menschen bei einem ebenfalls von ihm verübten Anschlag in der Hauptstadt Oslo ums Leben gekommen waren. Breivik hat beide Taten gestanden, eine strafrechtliche Schuld aber zugleich abgestritten.

Die Polizei kündigte an, weitere Informationen zur Besichtigung des Tatorts bekannt zu geben.