Unwetter

Fünf Menschen sterben bei Rockfestival in Belgien

Ein schweres Unwetter während eines Open-Air-Festivals in Belgien hat mindestens fünf Menschen das Leben gekostet. Mehrere Zelte waren während des Pukkelpop-Festes eingestürzt.

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Ein heftiges Unwetter hat auf einem Rockfestival in Belgien für Chaos und Verwüstungen gesorgt.

Video: Reuters
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Mindestens fünf Menschen sind bei einem schweren Unwetter während eines Open-Air-Festivals in Belgien ums Leben gekommen. Mehr als 70 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Der Sturm fegte über das Pukkelpop-Musikfestival in der Nähe von Hasselt hinweg, etwa 80 Kilometer östlich von Brüssel. Innerhalb von zehn Minuten herrschten auf dem Gelände schlammiges Chaos und Verwüstung. Mehr als 20 Rettungswagen waren im Einsatz.

Der Leiter der Notfallplanung von Hasselt, Hugo Simons, sagte dem Rundfunksender VRT, elf Menschen hätten schwere Verletzungen davongetragen, 60 weitere seien leicht verletzt worden. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie heftige Windböen die Anlagen auf der Bühne herumschleuderten und durchnässte Besucher vor dem Regen Schutz suchten.

Hagelkörner mit mehr als einem Zentimeter Durchmesser

Mehrere Zelte seien eingestürzt, sagte ein Reporter des Fernsehsenders NOS, Rick Hoogkamp, der das Open Air besuchte. Der Himmel habe sich verdunkelt, und bei Sturmböen habe es zu hageln begonnen. Die Hagelkörner erreichten eine Größe von mehr als einem Zentimeter Durchmesser. Auf Bildern waren außerdem umgestürzte Bäume und Gerüste für die Beleuchtung zu sehen.

Ein Reporter sah verwüstete Getränkebuden und Imbissstände, ein großes Essenszelt lag flach auf dem Boden. Eine Festivalbesucherin wurde Augenzeugin des Zelteinsturzes: „Es herrschte absolute Verwirrung, Massenpanik“, berichtete die 17-jährige Laura Elegeert. Menschen hätten versucht, sich mit Taschenmessern den Weg durch die Zeltbahn hindurch ins Freie zu schneiden. Mit zwei Kränen sollte am Donnerstagabend versucht werden, das Zelt wieder aufzurichten. Doch weil der Boden offenbar zu schlammig war, erreichten sie das Gelände nicht.

„Der Himmel wurde komplett schwarz“, erzählte eine weitere Augenzeugin in der Online-Ausgabe der belgischen Zeitung „Le Soir“. Dann seien Hagelkörner gefallen. „Ich habe überall blaue Flecken. Bäume fielen um. Es war das Ende der Welt.“ Weitere Zeugen berichteten in anderen Medien von starken Windböen und heftigem Regen. Alles sei durcheinandergewirbelt worden, Menschen liefen schreiend umher.

In der Nacht sollten Busse und Züge die meist jugendlichen Musikfans nach Hause bringen. Viele von ihnen wollten nicht am Ort des Schreckens bleiben. Nachbarn sollen die verschreckten und durchnässten Menschen mit trockener Kleidung, Essen und Trinken versorgt haben.

Pukkelpop-Musikfestival abgebrochen

Organisator Chokri Mahassine erklärte, das erst am Donnerstag eröffnete dreitägige Pukkelpop-Musikfestival werde vorerst nicht weiter stattfinden, bis die Lage geklärt sei. Zum Line Up des Festivals zählen international bekannte Künstler und Bands wie Skunk Anansie, Rise Against, Foo Fighters, Eminem und The Offspring.

Bürgermeisterin Hilde Claes sagte, die Opfer seien in mehrere Krankenhäuser in der Umgebung gebracht worden. Mehrere Leichtverletzte wurden demnach in einem Sportzentrum versorgt. An dem Open Air nahmen Schätzungen zufolge etwa 60.000 Besucher teil, die Veranstaltung war ausverkauft.

Das Festival wurde schließlich abgesagt, berichtete Belga. Noch in der Nacht hatte es geheißen, die Veranstaltung werde am Freitag fortgesetzt. Doch später erklärte Organisator Chokri Mahassine: „Pukkelpop trauert.“ Die Organisatoren könnten sich nicht entschließen, das Festival fortzusetzen.

Es ist nicht das erste Mal, dass das beliebte Open-Air-Festival von Trauer und Bestürzung überschattet wird. Im vergangenen Jahr hatte der Sänger der britischen Elektropop-Gruppe Ou Est le Swimming Pool, Charles Haddon, nach seinem Auftritt Selbstmord begangen. Er hatte sich von einem Pfeiler auf einen Parkplatz gestürzt. Am Tag zuvor war der Toningenieur einer anderen Rockgruppe einer Herzattacke erlegen.