New York

16-Tonnen-Truck durchbricht Parkhauswand

Zeugen trauten ihren Augen nicht, als in den USA plötzlich ein riesiger Lastwagen über ihren Köpfen hing. In der Kabine schrie der Fahrer um Hilfe.

Foto: Polaris/laif / Polaris/laif/laif

New York, Stadtteil Queens, 9 Uhr morgens: Ein lauter Knall hallt durch die Straßenschlucht, mit einem Mal hängt ein tonnenschwerer Lastwagen in der Luft, Trümmer stürzen herab. „Ich schaute nach oben und sah einen Truck aus dem Fenster kommen“, sagte ein Augenzeuge den " New York Daily News ". „Ich dachte, das kann nicht real sein, das muss ein Film sein.“ Und ein weiterer Passant sagte der “New York Post“ : „Der Fahrer schrie höllisch, er sah aus, als stünde er unter Schock.“

Wie US-Medien berichten, war ein Mechaniker der New Yorker Stadtreinigung mit einem 16 Tonnen schweren Salz-Streuwagen im dritten Stock eines Werkstatt- und Parkhausgebäudes unterwegs. Dabei verwechselte der Fahrer, Robert Legall (56), offenbar Gaspedal und Bremse und verlor die Kontrolle über sein Gefährt. Der Truck durchbrach die äußere Wand des Gebäudes, er rutschte die Fassade hinab, nur das Heck steckte noch im Gebäude. Steine und Metallteile fielen auf die Straße. „Ich hatte verdammt große Angst. Ich dachte, das ganze Gebäude kommt runter“, schilderte ein 17 Jahre alter Augenzeuge den Vorfall.

Die Feuerwehr barg den Bewusstlosen durch das Seitenfenster

Wie genau es zu dem Unfall kommen konnte, ist bislang unklar. Der Unfallfahrer arbeite seit mehr als zehn Jahren in dem Betrieb und gelte als erfahren und zuverlässig, sagte ein Mitarbeiter des betroffenen Departments, John J. Doherty. „Es gibt Schilder, die die Fahrer auffordern, langsam zu fahren. Er ist mit den Vorschriften vertraut gewesen, wir denken, es war einfach ein sehr unglücklicher Unfall.“ Legall habe großes Glück gehabt, dass er nicht durch die Windschutzscheibe gefallen sei. „Er hat sich am Lenkrad festgeklammert, das hat sein Leben gerettet“, sagte Doherty.

Die Feuerwehr konnte den 56-Jährigen schließlich durch das Seitenfenster in den Korb eines Kranwagens heben. „Sie mussten die Scheibe rausschlagen. Er war ein großer, schwerer Mann und er schien bewusstlos zu sein”, berichtete ein Augenzeuge.

Legall wurde mit Schmerzen in Nacken und Rücken ins Krankenhaus eingeliefert, ist aber Berichten zufolge wohl auf. „Er hat die ganze Heimfahrt über geweint“, sagte sein Cousin Derrick Williams. Einem Sprecher des Departments nach musste sich Legall außerdem einem Alkohol- und Drogentest unterziehen. Die Resultate seien aber negativ ausgefallen.

Ein Kran hob schließlich die Front des Streuwagens an, damit er zurück ins Gebäudeinnere gezogen werden konnte. Glücklicherweise befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls keine Menschen in unmittelbarer Nähe. Niemand wurde durch die herabfallenden Trümmer verletzt. „Das ist die Geschichte des Tages – jeder ist am Leben“, sagte Doherty.