China

"Die kleine Yiyi wird ihr Bein behalten"

Die Rettungskräfte waren längst weg, als Yiyi unter den Wracks zweier kollidierter Züge in China gefunden wurde. Die Zweijährige verlor ihre Eltern – und wurde zu einer Symbolfigur.

Foto: AFP

Ein zweijähriges Mädchen, das bei dem schweren Zugunfall in China Ende Juli seine Eltern verlor und schwer verletzt wurde, entgeht nach offiziellen Angaben einer Beinamputation. „Die kleine Yiyi wird ihr Bein behalten“, erklärten von der Regierung eingesetzte Experten nach Angaben der Staatspresse.

Die Fachleute teilten allerdings nicht mit, ob das Kleinkind, das mit richtigem Namen Xiang Weiyi heißt, je wieder laufen können wird. Für die Genesung des Mädchens würden alle zur Verfügung stehenden Mittel eingesetzt, hieß es lediglich.

Das in der Presse als „Kleine Yiyi“ bekannt gewordene Mädchen war fast 22 Stunden nach dem Zusammenstoß zweier Schnellzüge im Osten Chinas lebend geborgen worden – lange, nachdem die Rettungsarbeiten offiziell eingestellt worden waren. Das Kleinkind hatte ohne jegliche Versorgung in einem der Wracks ausgeharrt.

Der Fall führte zu dem Vorwurf, dass die Behörden die Suche nach Überlebenden zu früh aufgegeben hätten, um die Bahnstrecke schnell wieder für den Zugverkehr freigeben zu können. Das Mädchen wurde zu einer Symbolfigur für die Kritik an der Regierung .

Bei dem Zugunglück am 23. Juli kamen 43 Menschen ums Leben, mehr als 200 weitere wurden verletzt.

Yiyi wurde bereits fünf Mal am linken Bein operiert. Der Onkel des Mädchens, Xiang Yuyu, hatte in seinem Blog einen offenen Brief an das Bahnministerium veröffentlicht, in dem er die Regierung aufforderte, seiner Nichte die besten Ärzte zur Verfügung zu stellen. Die chinesische Regierung kündigte daraufhin an, dem Mädchen die „bestmögliche medizinische Versorgung“ zu gewähren.