Ramadan

Türkische Theologen streiten um Fasten-Pille

Erfüllt ein Moslem, der im Ramadan eine Fasten-Pille einnimmt, seine religiösen Pflichten? Türkische Theologen streiten um die Hunger dämpfenden Präparate.

In der Türkei ist unter Theologen ein Streit um eine "Fasten-Pille" entbrannt. Die Tablette soll den täglichen Verzicht auf Nahrung und Wasser im Fastenmonat Ramadan für muslimische Gläubige erträglicher machen.

Die "Ramadan Fasting Tablet" wird im Internet damit beworben, sie unterdrücke Hunger und Durst und helfe damit dem Fastenden. Unter türkischen Theologen ist allerdings umstritten, ob das Präparat eine erlaubte Hilfe ist.

Süleyman Ates, früherer Leiter des staatlichen Religionsamtes der Türkei, sagte der türkischen Zeitung "Vatan", er halte die Ramadan-Pille für kein legitimes Hilfsmittel, weil das Gefühl von Hunger und Durst und damit der Entbehrung nun einmal zum Fasten gehöre. "Es ist nicht richtig, ein Präparat zu schlucken, das einen satt hält."

Dagegen sagte der Theologe Abdülaziz Bayindir demselben Blatt, der Islam verlange kein Hungergefühl. Schließlich gehöre das Sättigungsgefühl zum Essen – "wer das nicht für zulässig hält, der darf überhaupt nichts essen".

Laut einer Umfrage halten sich rund 60 Prozent der Türken strikt an das Fastengebot im Ramadan. In diesem Jahr ist der Verzicht auf jegliche Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang eine besondere Herausforderung, weil der Ramadan in die heißeste Zeit des Jahres fällt.

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